Kandidat Holger Marx (CDU): "Stadt ist Herzensangelegenheit für mich"

luisa.heinz

Holger Marx (CDU) möchte am 15. März zum neuen Bürgermeister der Kreisstadt Lauterbach gewählt werden. - Fotos: Carina Jirsch

LAUTERBACH Bürgermeisterwahl in der Kreisstadt

02.03.26 - Seit fast 30 Jahren kennen die Lauterbacher keinen anderen Bürgermeister als Rainer-Hans Vollmöller (CDU). Vor ein paar Monaten teilte er jedoch mit, dass er sich aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig zum 1. Juli 2026 – ein halbes Jahr vor dem geplanten Dienstende – in den Ruhestand versetzen lässt. Nun stehen fünf Kandidaten bereit, um ihn in seinem Amt zu beerben. Einer davon ist Holger Marx, der für die CDU antritt.

Marx ist in der Kreisstadt kein Unbekannter. Der 51-Jährige ist bereits in der Kommunalpolitik als erster Stadtrat aktiv. Für den Bürgermeisterkandidaten wäre das Amt eine ehrenvolle Aufgabe: "Ich bin in Lauterbach geboren, kann es mir nicht vorstellen, irgendwo anders zu leben. Die Stadt ist für mich eine absolute Herzensangelegenheit", sagt er im Interview mit OSTHESSEN|NEWS.

Gratulierten im September 2025 Holger Marx (3.v.l.) mit seiner Ehefrau Silke Marx ...Foto: Oestreich

Bereits als Vize-Bürgermeister gefordert

Der Familienvater ist seit 2016 Stadtverordneter, Mitglied des Aufsichtsrates der VerbundBank eG Lauterbach - Schlitz und seit 2013 Mitglied der CDU, für die er auch als Bürgermeister-Kandidat ins Rennen geht. Marx schwärmt im Gespräch von den Christdemokraten: "Wir sind eine tolle Fraktion. Ich erfahre absolute Unterstützung." Mit der CDU sei er gut vernetzt, "unser Landrat ist CDU-Mann. Wenn da etwas ist, sind es kurze Wege". Auch MdB Michael Brand unterstützte ihn in seinem Wahlkampf. Marx betont jedoch: "Wenn ich Bürgermeister bin, dann geht es für mich um die Sache. Um Lauterbach und um die Menschen, die hier wohnen. Nicht um Parteipolitik."

Erfahrungen konnte er in diesem Amt bereits schon sammeln: Der amtierende Bürgermeister Vollmöller ist vor drei Jahren für fünf Wochen ausgefallen. "Da war ich als erster Stadtrat und somit direkter Stellvertreter des Bürgermeisters in der Pflicht und musste sehen, wie ich all das bewältige. Ich war jeden Vormittag im Rathaus und habe mit der Verwaltung alles intern gestemmt. Schon da habe ich gemerkt: Die Leute stehen hinter dir, unterstützen dich." Und in diesem Zeitraum habe er auch gemerkt, dass der Bürgermeister-Job etwas für ihn sei. "Mit meiner Familie habe ich schon vor längerer Zeit alles besprochen, alle ziehen mit und unterstützen mich in meinem Wahlkampf."

Unterstützung im Wahlkampf. Foto: Oestreich

Wahlplakate von Holger Marx in Lauterbach. Foto: Laura Struppe

Foto: Carina Jirsch

Wirtschaft, Vereine, Bürgernähe

Dieser ist schon seit einigen Wochen in vollem Gange. Für Marx stehen dabei vier große Punkte im Vordergrund: die lokale Wirtschaft fördern, Zukunft sichern, Vereine und Ehrenamt und bürgernahe Entscheidungen. "Wir haben in Lauterbach eine mittelständisch geprägte Wirtschaft - mit einem vielfältigen Einzelhandel, Handwerk und Klein- und Großunternehmen. Dazu eine gute Infrastruktur mit Schulen, Ärzten, Kindergärten und Freizeitangeboten. All das gilt es aufrechtzuerhalten." Dafür möchte er die Rahmenbedingungen für die Wirtschaft mitgestalten - denn: "Die Arbeitsplätze sind wichtig für Lauterbach, sie sind die finanzielle Basis."

Die Zukunft muss gesichert sein: Familien, Kinder und auch die älteren Menschen sollen gut und gerne in Lauterbach leben können. "Die Betreuung passt. Jetzt gilt es, passende Wohnräume zu schaffen, Sicherheit und Bildung aktiv zu gestalten - für alle Generationen." Zu einer attraktiven Stadt gehört sicherlich auch das Thema Vereine. "Vom Engagement der Menschen lebt eine Stadt. Es ist wichtig, dass sich die Menschen hier beteiligen. Und man als Bürgermeister ein offenes Ohr dafür hat." Marx spricht von einem neuen Wir-Gefühl für Lauterbach, bei dem auch die Stadtteile eine wichtige Rolle spielen. Entscheidungen vonseiten der Politik sollen zudem laut Marx bürgernah sein, "es beginnt damit, dass die Politik zuhören muss und endet mit nachvollziehbaren Entscheidungen." Dabei sei es aber auch wichtig, zu kommunizieren, dass nicht alles Wünschenswerte umsetzbar sei.

Viele Pläne trotz Haushaltsdefizit

Am 15. März wird in der Vogelsberger Kreisstadt ein neuer Bürgermeister gewählt. ...Symbolbild: O|N / Jonas Wenzel

Doch wie geht man das am besten an, wenn der städtische Haushalt ein Millionen-Defizit aufweist? Für den gebürtigen Lauterbacher sei es wichtig, im regen Austausch mit der Industrie und den Betrieben zu sein. "Was liegt an, wo kann man helfen?" Marx möchte auf Stadt- und Förderprogramme zurückgreifen. "Steuererhöhungen wären für mich wirklich die letzte Stellschraube, da möchte ich eigentlich nicht dran." Marx weiter: "Es gilt, gemeinsam zu entscheiden und uns um die Infrastruktur zu kümmern."

Auch wenn Vollmöller und Marx aus derselben Partei entstammen, sieht der 51-Jährige doch ein paar Unterschiede: "Nach 30 Jahren verändert sich eine Stadt, auch die Gesellschaft und die Erwartungen. Mit mir gäbe es einen neuen Führungsstil mit neuen Prioritäten. Ich würde es eher im Team machen - mit mehr Transparenz, Beteiligung und Einbindung der Menschen."

Wer die Geschicke der Stadt ab Sommer 2026 lenken wird, wird die Wahl am 15. März entscheiden. Nach fast 30 Jahren steht Vollmöller nun nicht mehr zur Wahl. Die Karten werden neu gemischt. Holger Marx rechnet bei fünf Kandidaten aber mit einer Stichwahl. (Luisa Heinz) +++

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Original auf osthessen-news.de