Frauke Goldbach (Grüne): "Eine Stimme für die, die sonst nicht gehört werden"

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Frauke Goldbach (Grüne) möchte in den Kreistag. Im OSTHESSEN|NEWS-Gespräch schildert sie ihre Beweggründe. - Fotos: Victor Brühl

FULDA 20 Jahre alt und voller Tatendrang

01.03.26 - Eine junge Frau mit klaren Zielen: Obwohl sie erst 20 Jahre alt ist, setzt sich Frauke Goldbach schon seit Langem für gesellschaftliche Themen ein. Aufgewachsen in Petersberg-Magretenhaun und heute in Fulda lebend, will die Studentin der Sozialwissenschaften - mit Schwerpunkt interkulturelle Beziehungen - nun in den Kreistag einziehen. Gegenüber OSTHESSEN|NEWS stellt sie heraus: "Ich möchte den Menschen eine Stimme geben, die sonst nicht gehört werden."

Soziales Engagement ist für sie ein wichtiges Anliegen. Hier bei der Demo gegen Hass ...Archivfoto: O|N/Marius Auth

Bei "Fridays for Future" im Jahr 2022. Archivfoto: O|N/Carina Jirsch

Ihre heutigen Überzeugungen entwickelten sich aus ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit. Mit 14 Jahren schloss sie sich zunächst "Fridays for Future" an. "Dadurch habe ich mich auch relativ schnell mit der Öffentlichkeitsarbeit auseinandergesetzt. Ich habe Demos angemeldet und organisiert. So hatte ich immer mehr Berührungspunkte mit der Politik", blickt Goldbach zurück. Zudem ist sie Mitbegründerin des Kollektivs "Feminista". Diese stehe für Gleichberechtigung und Gendergerechtigkeit in Fulda.

Für drei Themen möchte sich Goldbach besonders einsetzen.

In der Schule zeigt sich bereits ihre soziale Ader

Goldbach absolvierte zunächst ihren Realschulabschluss an der Marienschule. Am Bildungsunternehmen Dr. Jordan machte sie ihr Abitur. Auf Landesebene war sie lange in der Schülervertretung aktiv und dort unter anderem Beauftragte für psychische Gesundheit. Diese Rolle habe ihr gezeigt, wie groß der Bedarf an Aufklärung und Prävention sei - besonders an Schulen.

Themen voranbringen, die Frauen beschäftigen

Das Kollektiv "Feminista" Archivfoto: O|N/Anna Weißenberger

Politik sei anstrengend, sagt sie, weil man sich mit anderen Meinungen auseinandersetzen und Gegenpositionen aushalten müsse. Doch genau das mache den Austausch untereinander aus. "Viele Menschen haben aufgrund ihrer Lebenssituation gar nicht das Privileg, politisch aktiv zu sein. Wenn ich auch nur einer Frau den Weg ebnen kann, dann mache ich das." Der Kreistag sei der Ort, an dem sie konkret etwas verändern könne. Für die Grünen geht sie auf Listenplatz 5 ins Rennen. Ihr persönliches Anliegen sei es, Menschen eine Stimme zu geben, die sonst in unserer Gesellschaft kaum Gehör finden. "Seit einem Jahr bin ich aus der Schule raus und studiere an der Hochschule in Fulda. Das gibt mir eine andere Perspektive - ich kenne die Themen, die vor allem jüngere Menschen gerade beschäftigen."

Gewalt gegen Frauen - Bildung stärken - Jugend fördern

Drei Top-Themen formuliert die Grünen-Kandidatin. Der erste Punkt: Gewalt gegen Frauen. "Wir brauchen mehr Unterstützung und Schutzräume." Zusätzliche Frauenhausplätze seien dringend notwendig. Goldbach kritisiert gleichzeitig, dass es im Landkreis keine Frauenbeauftragte gibt. "Das ist längst überfällig." In der Stadt Fulda steht als Ansprechpartnerin Katharina Rossbach zur Verfügung. Ein weiteres Anliegen: Bildung stärken. Von Menstruationsartikeln an Schulen bis zur besseren Finanzierung der Schülervertretungen - Goldbach sieht hier großen Handlungsbedarf. "Die Schülervertretungen leisten einen wahnsinnig wichtigen Job, aber oft fehlen ihnen die Mittel." Zuletzt liegt ihr noch eine Sache am Herzen: Die Förderung der Jugend. "Treffpunkte sind wichtig, damit sich die Jugendlichen untereinander vernetzen können. Im Stadtgebiet gibt es Angebote - ich arbeite selbst in einem Jugendtreff in Fulda - aber außerhalb wird es immer schwieriger", erklärt sie.

Mit frischen Impulsen möchte Goldbach die junge Generation im Kreistag vertreten - mit dem Anspruch, wirklich etwas zu bewegen. (mkr) +++

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Original auf osthessen-news.de