Annakai-Stiftung spendet 16.000 Euro an die Kinder- und Jugendpsychiatrie

moritz.bindewald

Annakai-Stiftung spendet 16.000 Euro an die Kinder- und Jugendpsychiatrie: KJP-Chefarzt Privatdozent Dr. med. Frank Theisen, Sven Bieber (annakai-Stiftung), Leitende Psychotherapeut Dr. Oilver Nass (von links) - Fotos: Fotos: Herz-Jesu-Krankenhaus Fulda

FULDA Indoor-Cycling und VR-Therapie

21.02.26 - Wenn Kinder seelisch leiden, braucht es mehr als Medizin. Es braucht dafür Zeit, Vertrauen, Nähe und Angebote, die Stabilität geben. Genau hier setzt die jüngste Unterstützung der annakai-Stiftung an für die Abteilung für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (KJP-PP) am HerzJesu-Krankenhaus Fulda.

Mit einer großzügigen Spende von rund 16.000 Euro schenkt sie den jungen Patientinnen und Patienten für den Umgang mit Ängsten und Krisen neue Möglichkeiten, die deutlich über das übliche Therapieangebot hinausgehen. Die annakai-Stiftung engagiert sich seit vielen Jahren für Kinder und Jugendliche.

Darum unterstützt sie die KJP aus echter Überzeugung und setzt ein starkes Zeichen für junge Menschen, die sich in einer besonders sensiblen und belastenden Lebensphase befinden. "Es ist uns ein Herzensanliegen, junge Menschen in herausfordernden Zeiten zu stärken und dafür neue Perspektiven zu eröffnen. Wir wissen, dass unsere Unterstützung hier etwas Tolles bewirken kann", so Sven Bieber von der annakai-Stiftung.

Ein Engagement, das unmittelbar bei den Patientinnen und Patienten ankommt. Angeschafft wurden unter anderem Spinning-Räder für Bewegungstherapie sowie VR-Brillen (VirtualReality-Headsets) mit Zubehör. Alles Angebote, die gezielt in der Therapie eingesetzt werden und weit über klassische Behandlungsmethoden hinausgehen, aber wirksame Elemente moderner Therapiekonzepte sind, um Bewegung, Kreativität und Gemeinschaft zu fördern. Die KJP arbeitet im multiprofessionellen und multimodalen Therapieansatz.

Spinning von links: Bewegungstherapeut Marco Gaul, Leitung Einkauf/Materialwirtschaft ...

Jeder Patient bringt seine eigene Geschichte mit. "Unsere jungen Patienten brauchen individuelle, passgenaue Therapiepläne. Viele Angebote, die enorm hilfreich sein können, werden nicht regulär finanziert. Spenden wie diese machen dann einen echten Unterschied in der Betreuung und Behandlung" sagt KJP-Chefarzt Privatdozent Dr. med. Frank Theisen. Ein besonderer Fokus liegt auf dem Einsatz von Virtual Reality. Digitale Medien sind aus der modernen Welt nicht mehr wegzudenken.

Sie prägen heutzutage stärker denn je den Alltag der Kinder und Jugendlichen. In der Klinik behandelt man unter anderem pathologische Medien-Nutzung oder Internetabhängigkeit, die eine hohe Alltagsrelevanz besitzen, z.B. aufgrund von Zeitverdrängung oder Kontrollverlust. Genau dort eröffnen aber VR-Brillen neue Chancen als bewusstes Therapiewerkzeug, um Anspannung zu reduzieren, Ängsten behutsam zu begegnen oder soziale Fähigkeiten zu trainieren. Spielerisch, sicher und vor allem gut begleitet.

Leichtigkeit erlernen

Die Einsatzmöglichkeiten reichen von Angst- und Zwangsstörungen über Depressionen bis hin zu Suchterkrankungen. Im sicheren Rahmen können Kinder und Jugendliche lernen, mit belastenden Situationen umzugehen oder auf eine Reise zu gehen. "Viele erleben dabei wieder eine Art der Leichtigkeit. Es schafft Abstand zum Klinikalltag und eröffnet Perspektiven, die so zuvor nicht greifbar waren", erklärt der Leitende Psychotherapeut Dr. Oliver Nass.

Ebenso wird die Bewegungstherapie durch die Spinning-Räder gezielt erweitert. Körperliche Aktivität und Gemeinschaft sind zentrale Bausteine der Kinder- und Jugendpsychiatrie. Studien zeigen, dass regelmäßige Bewegung depressive Symptome lindert und sogar die Konzentration verbessert. Das IndoorCycling trainiert nicht nur die Muskulatur und Ausdauer, sondern auch das Herz-Kreislaufsystem, hilft beim Stressabbau und stärkt das eigene Körpergefühl. Gerade bei der Konfrontation von Patienten mit den Themen Übergewicht oder Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper ist dies besonders wertvoll.

Therapieangebot gezielt ausgebaut

Die Trainings werden von geschultem Personal begleitet und in die Behandlung eingeflochten. Dank der Spende kann das erfolgreiche Therapieangebot gezielt ausgebaut und künftig noch mehr Kindern und Jugendlichen in der KJP zugänglich gemacht werden. Das gesamte Team der Kinder- und Jugendpsychiatrie bedankte sich herzlich für die unschätzbare Unterstützung durch die annakai-Stiftung. Die geförderten Behandlungsformen geben Halt und eröffnen neue Entwicklungsmöglichkeiten. Sie helfen jungen Menschen wieder Vertrauen zu fassen, Mut zu entwickeln und Schritt für Schritt zurück in einen stabileren Alltag zu finden.

Über die annakai-Stiftung: Hilfe für Adoleszente aus Suchtfamilien und Hilfe bei depressiven Störungen von Adoleszenten Die annakai Stiftung setzt es sich zur Aufgabe, Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus Suchtfamilien sowie Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit depressiven Störungen durch unterschiedliche Maßnahmen zu helfen wie Aufklärungsarbeit und Hilfe bei der Überwindung einer Suchtgefahr. Immer mehr junge Menschen leiden unter depressiven Störungen. Deswegen hat die Stiftung als zweiten Schwerpunkt das Ziel, auch hier nach Therapieansätzen auf Basis christlicher Werte zu suchen. Sie will Aufklärungsarbeit leisten, um medizinische und psychotherapeutische Arbeit zum Thema Depressionen voranzutreiben und anzubieten.

Über das Herz-Jesu-Krankenhaus Fulda: Das Herz-Jesu-Krankenhaus Fulda ist ein Unternehmen der Vinzenz Gruppe Fulda. Die Gruppe beschäftigt insgesamt circa 4.300 Mitarbeiter und unterhält an 18 Standorten in Hessen 1.300 Betten in Krankenhäusern, jeweils rund 350 Plätze in Pflegeeinrichtungen und über 430 Plätze in Kindertagesstätten sowie acht Hospizplätze. Als modernes katholisches Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung versorgt das Herz-Jesu-Krankenhaus in Fulda mit über 1.000 Mitarbeitenden jährlich ca. 42.000 Patienten in neun Fachabteilungen der Inneren Medizin, Geriatrie, Frauenheilkunde, Geburtshilfe, Allgemein-, Viszeralchirurgie, Orthopädie und Unfallchirurgie, Wirbelsäulenchirurgie, Kinder- und Jugendpsychiatrie, Radiologie sowie Anästhesie stationär als auch ambulant. (pm/hhb) +++


Original auf osthessen-news.de