"Ich konnte mein Hobby zum Beruf machen" - Heuns Leben für den Skilanglauf

julia.schuchardt

23.02.26 - Wenn Daniel Heun über seinen sportlichen Weg erzählt, klingt das nach Heimat, nach Natur und einfach nach einer tiefen Verbundenheit zu seiner Heimatstadt Gersfeld (Landkreis Fulda). Als professioneller Skilangläufer war der heute 39-Jährige auf etlichen nationalen und internationalen Wettkämpfen unterwegs und hat sogar beinahe den Sprung zu Olympia geschafft. Nach seinem Karriereende zog es ihn 2017 wieder zurück in die Rhön - doch den Wintersport hat er dabei nie wirklich losgelassen.

Heun gehörte von 2006 bis 2015 zur Weltspitze des Skilanglaufs, bewahrt die einen oder anderen Siegerpokale sowie Medaillen in seinem Schrank auf und hat im OSTHESSEN|NEWS-Sportgespräch natürlich so einiges zu erzählen. Passend zu den Olympischen Winterspielen schwelgt der 39-Jährige in Erinnerungen und lässt seine Profikarriere Revue passieren. Aber lesen Sie selbst!

Als professioneller Skilangläufer war der heute 39-Jährige auf etlichen nationalen ...Foto: picture alliance / dpa | Filip Singer

Skilanglauf, Familientradition, Leistungssport

Daniel Heun lebt heute mit seiner Frau und seinen beiden Kindern in Gersfeld, arbeitet beruflich bei der Bundespolizei und engagiert sich nebenbei im SKG Gersfeld (Sport- und Kulturgemeinschaft Gersfeld e.V.), wo er eine Trainingsgruppe betreut. Sport ist für die ganze Familie selbstverständlich und ein wichtiger Bestandteil im Leben: "Wir sind viel gemeinsam unterwegs. Die Kinder wachsen da genauso rein wie ich damals", berichtet er. Der Skilanglauf begleitet ihn seit seinen ersten Lebensjahren. "Ich bin durch meinen Vater, Gunter Heun, zum Langlauf gekommen. Bei uns im Umfeld hat das eigentlich jeder gemacht", erinnert sich der Sportler.

Gemeinsam mit seinem Zwillingsbruder wuchs er in den Sport hinein, durchlief die Trainingsgruppen, nahm an "Jugend trainiert für Olympia" teil und startete bald bei nationalen und später auch internationalen Wettkämpfen voll durch. "Unsere Eltern haben uns immer unterstützt, ohne sie wäre das alles nicht möglich gewesen", betont der 39-Jährige. Auch der Verein stand immer hinter ihm und genau das hat ihm den Sprung in den Leistungssport ermöglicht.

Nationalkader, Vize-Juniorenmeister, U23-Weltmeisterschaft

Mit zunehmendem Erfolg wurde der Sport immer professioneller. Daniel qualifizierte ...Foto: Privat

Mit zunehmendem Erfolg wurde der Sport immer professioneller. Daniel qualifizierte sich für die Nationalmannschaft, startete im Erwachsenenbereich und entschied sich schließlich für den Weg über die Bundespolizei, um Sport und berufliche Zukunft verbinden zu können. "Ich konnte mich im Nationalkader etablieren. Das war eine intensive, aber unglaublich prägende Zeit."

Seine größten Erfolge feierte er im Nachwuchsbereich: Vize‑Juniorenmeister 2006, ein dritter Platz bei der U23‑Weltmeisterschaft in Praz de Lys (Frankreich) im Jahre 2009. Es sind Leistungen, auf die er bis heute stolz ist: "Für einen Wintersportler ist das schon richtig gut. Skilanglauf wird einfach gelebt", bringt er auf den Punkt.

Sport verbindet: "Man ist in seiner eigenen Blase mit Gleichgesinnten"

Daniels Karriere - inklusive Trainingslager und Wettkämpfe - führte ihn durch die Alpen, nach Norwegen, in die Schweiz, nach Österreich, nach Kanada und Russland "Ich habe sehr viel gesehen und erlebt. Der Sport verbindet, man ist in seiner eigenen Blase mit Gleichgesinnten. Das hat mich immer gereizt." Dreimal - 2006, 2010 und 2014 - war die Chance da, sich für Olympia zu qualifizieren. Am Ende hat es aber nicht funktioniert. "Damals war der Wunsch da. Aber im Nachhinein bin ich nicht traurig. Ich konnte gut damit abschließen."

Weltmeisterschaften durfte er dennoch erleben und viele Momente, die er definitiv nicht missen möchte. Seine Sicht auf Olympia ist reflektiert: "Olympia ist speziell. Jeder will Medaillen gewinnen, aber nur wenige schaffen es. Man sieht viele weinende Gesichter. So ist das im Sport - man muss auch mit Niederlagen umgehen können." Heute blickt Daniel ohne Bitterkeit zurück. "Der Durchbruch zur absoluten Spitze hat nicht geklappt, aber ich bin stolz auf das, was ich erreicht habe. Die wenigsten schaffen es so weit. Ich konnte mein Hobby zum Beruf machen."

Auch seine beiden Kinder stehen bereits auf Skiern. Der Kleine ist mit vier Jahren sogar ...Foto: Privat

"Ohne Ehrenamt geht es nicht"

Auch seine beiden Kinder stehen bereits auf Skiern. Der Kleine ist mit vier Jahren sogar schon seinen ersten Wettkampf gelaufen. Doch Druck gibt es bei Familie Heun definitiv nicht. "Man darf Kinder nicht drängen. Es geht darum, die Begeisterung zu wecken und ihnen zu helfen, sich körperlich zu entwickeln."

Abschließend wollte er im Sportgespräch auf ein ganz besonderes Thema eingehen: Das Ehrenamt im Verein. "Es ist wichtig und verdient großen Respekt. Ohne das geht es nicht. Man muss unten anfangen, die Kinder begeistern - dann wächst alles andere von selbst." (Julia Schuchardt)+++

OSTHESSEN|NEWS-Sportgespräch - weitere Artikel
















































































































































































↓↓ alle 175 Artikel anzeigen ↓↓

Original auf osthessen-news.de