Gutachten enthüllt neue Details zum Horror-Crash zweier Schwestern (16 und 19)
mathias.schmidt
Was war die Unfallursache? Mehr als drei Monate nach dem tragischen Verkehrsunfall auf einer Landstraße in Unterfranken liegen nun neue Erkenntnisse eines unfallanalytischen Gutachtens vor. - Archivfotos: O|N/ Marvin Myketin
WILDFLECKEN Beschuldigter schweigt weiterhin
24.02.26 - Was war die Unfallursache? Mehr als drei Monate nach dem tragischen Verkehrsunfall auf einer Landstraße in Unterfranken liegen nun neue Erkenntnisse eines unfallanalytischen Gutachtens vor. Bei dem Frontalzusammenstoß nahe Wildflecken (Landkreis Bad Kissingen) kamen die zwei Schwestern Dina (†19) und Adelina (†16) auf dem Weg zum Gottesdienst ums Leben.
Wir erinnern uns: Die Tragödie ereignete sich am Sonntagmorgen, dem 9. November 2025 gegen 8 Uhr auf der Staatsstraße 2267 zwischen Langenleiten und Wildflecken im Landkreis Bad Kissingen. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Schweinfurt fuhr ein 50-jähriger Mann mit seinem Mercedes in einer Kurve aus bislang ungeklärter Ursache geradeaus in eine Leitplanke – ohne erkennbare Lenk- oder Bremsbewegung. Anschließend lenkte er sein Fahrzeug über die Gegenfahrbahn zurück auf seine Spur und stieß frontal mit dem entgegenkommenden Mazda der beiden jungen Frauen zusammen. Die Schwestern versuchten noch auszuweichen, hatten jedoch keine Chance.
Technisches Versagen kann ausgeschlossen werden
Bereits im November kam es durch den toxikologischen Befund zu ersten neuen Erkenntnissen bei den Ermittlungen. Das Ergebnis der Blutuntersuchung: Im Blut des Mannes befand sich weder Alkohol noch Anzeichen auf den Missbrauch von Betäubungsmitteln oder Medikamenten (OSTHESSEN|NEWS hat dazu bereits berichtet). Das nun vorliegende Gutachten bringt weitere Details ans Licht. Demnach war der 50-Jährige mit rund 114 Stundenkilometern unterwegs, erlaubt waren 100. Die leicht überhöhte Geschwindigkeit war laut Sachverständigem jedoch nicht unfallursächlich. Auch technisches Versagen an den beteiligten Fahrzeugen kann ausgeschlossen werden. Ebenso liegen nach aktuellem Stand keine Hinweise auf gesundheitliche Probleme des Fahrers vor. Die beiden Schwestern hielten sich laut Gutachter an die zulässige Höchstgeschwindigkeit.Warum der Mann in der Kurve offenbar ohne erkennbare Reaktion geradeaus fuhr, bleibt weiterhin unklar. Ob eine Ablenkung oder ein sogenannter Sekundenschlaf eine Rolle spielte, ist bislang nicht bewiesen. Der Beschuldigte hat sich zu dem Unfallhergang bisher nicht geäußert. Die Staatsanwaltschaft Schweinfurt ermittelt gegen den 50-Jährigen wegen fahrlässiger Tötung. Im Falle einer Verurteilung drohen ihm eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe, möglicherweise zur Bewährung ausgesetzt.
Der tragische Unfall hatte in der Region große Betroffenheit ausgelöst, für die Familie wurde eine Spendenaktion auf gofundme ins Leben gerufen. Das Spendenziel wurde bereits innerhalb kürzester Zeit übertroffen. Die Ermittlungen dauern an. (Mathias Schmidt) +++
Original auf osthessen-news.de