40 Millionen für die Region: "Unser oberstes Ziel: Der Verkehr muss rollen"
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Julia Rös, die Leiterin der Außenstelle Fulda, bei dem Pressegespräch am Montagmorgen. - Fotos: Emely Schrön
REGION Jahresausblick der Autobahn GmbH
23.02.26 - Die Autobahn GmbH des Bundes stockt ihre Investitionen in Osthessen massiv auf: 40 Millionen Euro fließen 2026 in den Erhalt und Ausbau des Autobahnnetzes rund um Fulda. Das entspricht einer Steigerung von 56 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. "Wir sind gut aufgestellt und können nach einem schwierigen Jahr jetzt ordentlich durchstarten", betonte Julia Rös, die Leiterin der Außenstelle Fulda, bei einem Pressegespräch zur Vorstellung des Bauprogramms 2026 am Montagmorgen in der Außenstelle im Münsterfeld in Fulda.
Die Außenstelle Fulda gehört zur Niederlassung Nordwest und betreut rund 300 Kilometer Autobahn, von der Bundesautobahn 7 rund um Fulda über Teile der Bundesautobahn 66 und Bundesautobahn 5 bis hin zur Bundesautobahn 4 an der thüringischen Grenze sowie Abschnitten der Bundesautobahn 44 im Neubau. Insgesamt neun Tunnel liegen im Zuständigkeitsbereich - ein weiterer kommt in diesem Jahr hinzu.
Besonders spürbar sei die Verkehrsverlagerung durch die Freigabe der Bundesautobahn 49 gewesen. Vor allem rund um das Hattenbacher und Kirchheimer Dreieck habe sich die Verkehrsbelastung verändert. Nach dem Corona-Knick steige das Verkehrsaufkommen insgesamt wieder deutlich an, auch der Schwerverkehr nehme weiter zu.
Kirchheimer Dreieck: Nächste Bauphase startet
Das sichtbar größte Projekt bleibt der Umbau am Kirchheimer Dreieck. In diesem Jahr beginnt eine entscheidende Phase: Ab Mai wird der Verkehr endgültig auf die Westseite verlegt, die Ostseite wird anschließend zurückgebaut. 8,5 Millionen Euro sind allein 2026 eingeplant. Das Gesamtprojekt läuft voraussichtlich noch bis 2030. Trotz der Großbaustelle verspricht die Autobahn GmbH: Alle Fahrstreifen sollen aufrechterhalten bleiben. "Der Verkehr muss rollen, dafür ist die Autobahn da", so die klare Zielsetzung.Größtes neues Projekt: A66 zwischen Flieden und Schlüchtern
Die umfangreichste neue Maßnahme in diesem Jahr startet auf der A66 zwischen den Anschlussstellen Flieden und Schlüchtern. Für 5,4 Millionen Euro wird die Fahrbahn erneuert. Die Bauzeit ist von März bis Mai geplant. Auch hier bleiben sämtliche Fahrstreifen erhalten. Größere verkehrliche Einschränkungen seien nicht zu erwarten. Vorgesehen ist eine 3+1-Verkehrsführung.Weitere Schwerpunkte liegen rund um das Hattenbacher Dreieck, um die Infrastruktur fit für künftige Großprojekte zu machen. Hinzu kommen Erhaltungsmaßnahmen auf der A7 bei Fulda, Arbeiten auf der A5 zwischen der Rastanlage Rimberg und Alsfeld-Ost sowie zahlreiche kleinere Projekte wie die Sanierung von Verkehrszeichenbrücken, Übergangskonstruktionen an Brücken und Fahrbahninstandsetzungen nach dem Winter.
Allein vier Millionen Euro sind für die Beseitigung von Frostschäden vorgesehen, 3,7 Millionen Euro fließen in die Instandsetzung von Bauwerken.
Staugefahr an Spitzentagen?
Mit größeren Dauerstaus durch neue Projekte rechnet die Autobahn GmbH derzeit nicht. Kritisch bleiben jedoch die bekannten angespannten Verkehrsknotenpunkte im Landkreis Hersfeld-Rotenburg : das Hattenbacher und Kirchheimer Dreieck sowie die A4 ohne Standstreifen. Besonders an langen Wochenenden und zu Ferienbeginn könne es dort schnell zu Rückstaus kommen.Ein Problem bleibt das Verhalten mancher Verkehrsteilnehmer. Beschimpfungen von Baustellenpersonal und sogar das Bewerfen von Mitarbeitern mit Gegenständen seien keine Einzelfälle. "Das macht etwas mit den Menschen", hieß es deutlich. Die Autobahn GmbH versuche, ihre Beschäftigten entsprechend zu unterstützen.
170 Mitarbeiter im Einsatz
Rund 170 Mitarbeiter sind im Bereich Fulda tätig, davon 120 in den Autobahnmeistereien und 50 im Innendienst. Fachkräftemangel gebe es aktuell nicht, Straßenwärter würden gezielt selbst ausgebildet. Einige Projekte im osthessischen Raum betreut weiterhin die Außenstelle Kassel, historisch bedingt durch einen größeren Personalstamm. Dazu zählen unter anderem Arbeiten an Bauwerken bei Niederaula sowie der Ersatzneubau der Talbrücke Thalaubach. Die Bauarbeiten dafür laufen von 2022 bis 2030, die bestehende Brücke wird durch zwei neue Teilbauwerke ersetzt - für die geplante Sprengung von Brückenteilen wird die darunterliegende Bundesstraße 279 demnächst gesperrt, weitere Informationen sollen bald folgen.Unter'm Strich steht für 2026 ein deutliches Signal: Mehr Geld, mehr Maßnahmen - und der klare Anspruch, Osthessens Autobahnen leistungsfähig zu halten. (ems) +++
Original auf osthessen-news.de