So präsentieren sich die Parteien im Landkreis Fulda auf Social Media
emely.schroen
KREIS FULDA Wahlkampf 2.0?
07.03.26 - Der Wahlkampf zur Kommunalwahl am 15. März spielt sich längst nicht mehr nur an Infoständen in der Innenstadt, auf den Wahlplakaten oder bei Podiumsdiskussionen ab. Instagram, Facebook und TikTok sind zu wichtigen Schauplätzen geworden, auch im Landkreis Fulda. Reels, kurze Videos und regelmäßige Postings bestimmen das Bild. Wie sehr wirkt sich der Wahlkampf wirklich im Netz aus?
Wir haben die Accounts der am stärksten im Landkreis vertretenen Parteien einmal unter die Lupe genommen: CDU Stadtverband Fulda, SPD Fulda, Die Grünen/Bündnis 90 Kreisverband Fulda, Volt Osthessen, Die Linke Fulda, FDP Kreisverband Fulda und AfD Fulda. Wer hat die meisten Follower, was posten die Parteien und welche Strategie steckt dahinter?
CDU: Tägliche Posts und Einblicke in den Wahlkampf
Der CDU-Stadtverband Fulda (1.010 Follower auf Instagram, 769 Follower auf Facebook, Stand: 06.03.) setzt auf regelmäßige Beiträge zu Kandidaten, Listenplätzen und Terminen. Das einheitliche Blaudesign zieht sich durch alle Postings. Besonders auffällig: Reels geben Einblicke in den Wahlkampf, begleiten Infostände und liefern Interviews sowie direkte Wahlaufrufe. Darunter "3 Gründe, warum du als Erstwähler CDU wählen solltest" oder "Was hält Fulda eigentlich zusammen?".Zuletzt posteten sie auch ein Reel auf ihren Meta-Plattformen vor der Stadtwache in Fulda mit dem Landtagsabgeordneten Thomas Hering und dem Stadtverordneten Benedikt Ihrig - beide hauptberuflich Polizeibeamte.Die Linke: Videofokus für junge Zielgruppen
Die Linke Fulda kombiniert Bilder und Videos, informiert über Veranstaltungen und Themen und stellt Kandidaten gezielt über Videoformate in Form von Reels und TikToks vor. Mit 569 Instagram-, 40 Facebook- und 1.050 TikTok-Followern (Stand: 06.03.) erreicht die Partei vor allem junge Wähler.Das merkt man vor allem an humoristisch aufgearbeiteten Kurzvideos im Meme-Format, die vermutlich auch polarisieren sollen - so wie es im Netz aktuell Gang und Gäbe ist. Ein Video startet zum Beispiel mit einem kurzen Ausschnitt, in dem eine Frau fragt: "Für wen ist eine Hodensackstraffung geeignet?" und Kandidat Roman Zipp antwortet: "Mir doch egal, aber was ihr machen könnt, ist, am 15. März Die Linke zu wählen, um die schwarzen und braunen Säcke aus dem kommunalen Parlament zu kicken."
SPD: Adventskalender, Interviews und Reels
Die SPD im Landkreis Fulda (553 Follower auf Instagram, 1.328 auf Facebook, Stand 06.03.) startete schon früh in den Wahlkampf: Bereits im Winter gab es erste Postings und sogar einen Adventskalender, in dem die Kandidaten in kurzen Videos jeweils vorgestellt wurden. Seit Februar posten die Sozialdemokraten regelmäßig Reels und Bilder, oft in Interview-Form, in denen die Kandidaten die Themen erklären, für die sie sich einsetzen wollten.Die einheitliche rote Gestaltung zieht sich durch alle Inhalte, es wird ein SPD-bedrucktes Mikrofon für die Videos verwendet. Auch regelmäßige Stories und ein Highlight zur Kommunalwahl sind auf der Instagram-Seite der SPD zu finden.
Bündnis 90/Die Grüne: Kreative Videos für junge Wähler
Die Grünen Fulda mit 1.633 Instagram-, 1.042 Facebook- und 1.108 TikTok-Followern (Stand: 06.03.) setzt stark auf Videoformate, die junge Menschen erreichen. Reels und Fotos präsentieren sowohl die Themen und Inhalte der Partei als auch die einzelnen Kandidaten. Die Inhalte sind medial-modern aufbereitet, informieren über Veranstaltungen und richten sich gezielt an ein jüngeres Publikum.Es geht unter anderem um ernste Aufklärungsthemen zum Klimaschutz. Aber auch humoristische Reels zu den ansteigenden Spritpreisen oder das Format "Eine Minute mit ....", in dem sich die Kandidaten persönlich vorstellen und Fragen beantworten, sind auf den Accounts zu finden.
Volt: Schwerpunkt auf Themen und Veranstaltungen
Volt Osthessen (906 Follower auf Instagram, 363 auf Facebook, Stand 06.03.) setzt weniger auf Reels, sondern mehr auf informative Postings zu politischen Themen und Veranstaltungen. Seit Ende Januar postet die Partei regelmäßig im Rahmen der Kommunalwahl - zunächst wurden die Wahlplakate präsentiert und Termine für Informationsveranstaltungen veröffentlicht.Seit Ende Februar werden zudem die Kandidaten im Einzelnen vorgestellt – nicht wie bei den meisten Parteien im Videoformat, sondern im klassischen Foto-Posting. Reels werden selten genutzt. Das Motto der Seite: "Jetzt ist es Zeit, es besser zu machen."
FDP: Eher persönlich statt digital?
Die FDP Fulda zeigt sich zwar auf zahlreichen Wahlplakaten, bei allerlei Informationsveranstaltungen - im Netz ist aktuell jedoch nur wenig Präsenz erkennbar: 249 Follower auf Instagram (Stand 06.03.), zur Kommunalwahl gibt es bisher keine neuen Beiträge.Doch eine Plattform scheint die FDP doch zu nutzen: Facebook. Hier wurden am 4. Februar alle Kandidaten vorgestellt. Auch die Followerzahl ist hier deutlich höher: 652 (Stand: 06.03.). Von Kurzvideos fehlt aber auch hier jede Spur.
AfD: Reichweite ja, digitale Innovation nein
"Für eine bürgerliche Politik mit Augenmaß" heißt es in der Informationszeile. Die AfD Fulda verfügt mit 2.038 Followern auf Instagram und 8.429 Followern auf Facebook (Stand 06.03.) über die größte Reichweite im Landkreis. Inhalte bestehen fast ausschließlich aus Infopostings – zur Kommunalwahl am 15. März gibt es bisher nur einen einzigen Post, der auf die Auftaktveranstaltung der Partei im Februar hinwies.Die sozialen Medien haben den Wahlkampf in Osthessen klar erobert. Reels, kurze Videos und regelmäßige Postings gehören inzwischen für die meisten Parteien zum Standard. Sie erreichen damit vor allem junge Wählerinnen und Wähler direkt, während klassische Plakate zunehmend nur noch eine ergänzende Rolle spielen. Ob digitale Präsenz am Ende auch in Stimmen umgewandelt wird, wird sich am 15. März zeigen. (ems) +++
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Original auf osthessen-news.de