Emotionen nach harter Ausbilung: Bundespolizei ernennt 59 neue Meister

c.von-butler

Feierlicher Moment in der Sporthalle der Alheimer Kaserne: 59 junge Menschen werden offiziell zu Polizeimeistern der Bundespolizei ernannt. - Fotos: Kevin Hildebrand

ROTENBURG/F. Große Zeremonie

25.02.26 - Zweieinhalb Jahre Blut, Schweiß und womöglich auch Tränen endeten in diesem feierlichen Moment: Am Montag ernannte die Bundespolizei in der Alheimer Kaserne in Rotenburg 59 junge Menschen zu Polizeimeistern. Ein emotionaler Moment – nicht nur für die jetzt ehemaligen Auszubildenden.

Zu der Veranstaltung, die in der Sporthalle auf dem Gelände der Alheimer Kaserne stattfand, waren nicht nur hochrangige Gäste der Polizei und der Politik geladen. Selbstverständlich wohnten auch Hunderte Angehörige, Partner und Freunde dieser besonderen Zeremonie bei. Nachdem alle 59 frischgebackenen Polizeimeister ihre Urkunde erhalten hatten und der offizielle Teil abgehakt war, fielen überall Menschen einander in die Arme. Stolze Eltern umarmten ihre Kinder, untereinander klatschten sich die jungen Bundespolizisten freudestrahlend ab. Dabei floss auch das ein oder andere Tränchen – natürlich nur vor Freude.

Stolze Familien, Freunde und Partner verfolgen die Zeremonie in Rotenburg und feiern ...

Hoher Besuch aus Berlin

Wie bereits erwähnt, ließen sich auch prominente Gäste bei der feierlichen Ernennung des Jahrgangs "ROF II" der Bundespolizei blicken. Neben lokalen Politikern wie Landrat Torsten Warnecke und Rotenburgs Bürgermeister Marcus Weber (der selbst im Jahr 2006 in den Polizeidienst ging) wohnte auch der Bundestagsabgeordnete des Landkreises Hersfeld-Rotenburg, Wilhelm Gebhard, der Veranstaltung bei. Dieser ließ es sich auch nicht nehmen, ein paar Grußworte an die jungen Polizeimeister zu richten. Doch vor allem hatte er eine wichtige Botschaft: "Ich wünsche Ihnen, dass sie nach jedem Einsatz gesund nach Hause kommen."

Der Bundestagsabgeordnete Wilhelm Gebhard richtet bewegende Grußworte an den Jahrgang ...

Endlich zwei blaue Sterne auf der Schulter: Mit den neuen Schulterstücken beginnt ...

Zweieinhalb Jahre Ausbildung als Polizeimeisteranwärter

Die 59 frischgebackenen Bundespolizisten stammen aus ganz Deutschland und kamen 2023 nach Rotenburg, wo sie an der Alheimer Kaserne ihre Ausbildung begannen. Das erste Jahr stand dabei ganz im Zeichen der theoretischen Ausbildung: Gesetze und Vorschriften büffeln statt aufregender Polizeieinsätze standen zunächst auf dem Programm, ehe die ehemaligen Anwärter dann in ihrem zweiten Ausbildungsjahr Praxiserfahrungen landesweit sammelten. Das finale halbe Jahr der Ausbildung fand dann wieder in Rotenburg statt – pauken für die Abschlussprüfung.

"Aus Fremden sind Freunde geworden"

Stellvertretend für den Jahrgang "ROF II" wandten die Auszubildenden Anna Gerhold und Oskar Dementiev Worte an das anwesende Publikum. "Wir kamen als bunter Haufen aus ganz Deutschland in Rotenburg an, inzwischen sind aus Fremden Freunde geworden", hob Gerhold den besonderen Zusammenhalt innerhalb der Gruppe hervor. Daher fügte Dementiev hinzu: "Bei aller Freude über den heutigen Tag liegt auch ein Schatten darüber. Unser gemeinsamer Alltag endet, und das schmerzt." Nichtsdestotrotz könne jeder der ehemaligen Auszubildenden auf eine besondere Zeit voll Vertrauen, Kameradschaft und Freundschaft zurückblicken.

Junge Polizeimeister in ganz Deutschland im Einsatz

In Zukunft werden sich zumindest einige von ihnen aber wieder über den Weg laufen. Die Polizeimeister sind zukünftig für insgesamt acht Direktionen der Bundespolizei im Einsatz: Stuttgart, München, Berlin, Koblenz, Hannover, Flughafen Frankfurt/Main, Pirna sowie die der Bundesbereitschaftspolizei. Letztere bekommt auch mit 18 jungen Polizisten den größten Zuwachs.

Endlich Sterne auf der Schulter

Jeder einzelne der 59 Polizeimeister bekam auf der Bühne eine Urkunde überreicht und wurde auf Probe verbeamtet. Diese Zeit dauert in der Regel drei Jahre: Bewähren sich die Bundespolizisten, werden sie zu Beamten auf Lebenszeit ernannt. Um diesen Dienstgrad widerzuspiegeln, erhielt jeder auch endlich sein heißbegehrtes Schulterstück. Dieses ist an der Uniform der Polizisten befestigt und zeigt anhand von Sternen den jeweiligen Dienstgrad. Nun trägt jeder der jungen Polizeimeister zwei blaue Sterne auf seinen Schulterstücken statt wie zuvor einen blauen Streifen.

Der Jahrgangsbeste stammt aus Berlin

Über eine besondere Ehrung durfte sich Tom Halle freuen. Dieser bekam eine Trophäe, da er den Ausbildungsjahrgang als Bester abschloss – mit einer Note von 13,01. Folglich wurde ihm als Erstes die Ehre zuteil, seine neuen Schulterstücke in Empfang zu nehmen. Nach Abschluss der Feierlichkeiten gehen die jungen Polizisten in Zukunft ihrer Arbeit nach, um die deutsche Bevölkerung zu schützen. In der Hoffnung – wie es bereits Bundestagsabgeordneter Gebhard sagte – dass sie nach jedem Einsatz unbeschadet wieder nach Hause kommen. (Kevin Hildebrand) +++


Original auf osthessen-news.de