"Verzeihen Sie bitte": Fabian Vogt tritt im Bonhoefferhaus auf

julia.schuchardt

Rund 90 Menschen sind am Freitag ins Bonhoefferhaus in Fulda gekommen, um Fabian Vogt zu hören. - Fotos: Privat

FULDA Abwechslungsreicher Abend

25.02.26 - Rund 90 Menschen sind am Freitag ins Bonhoefferhaus in Fulda gekommen, um Fabian Vogt zu hören. Der Autor und Theologe sprach unter dem Titel "Verzeihen Sie bitte! – Ein Plädoyer für mehr Gnade im Alltag" über die Frage, was Verzeihen im echten Leben bedeutet – und wo es an Grenzen stößt.

Der Abend war bewusst abwechslungsreich angelegt: Vogt beleuchtete "Verzeihen" aus unterschiedlichen Richtungen und blieb dabei nah am Alltag. Dazwischen gab es immer wieder Musik – Vogt mit Gitarre und Gesang. Gerade diese Wechsel machten den Vortrag kurzweilig.

Besonders hängen blieb ein Lied, das die Geschichte eines ehemaligen KZ-Wärters erzählt, der Jahre nach der NS-Zeit seinem Opfer begegnet. Das Lied ließ die Schwere des Themas stehen: Verzeihen ist keine Pflichtübung und kein Schlussstrich. Wer verzeiht, kann das nur selbst entscheiden – und niemand hat das Recht, Vergebung einzufordern.

Gegen Ende schlug Vogt den Bogen zur christlichen Theologie: zur Gnade Gottes als einer Wirklichkeit, die nicht verdient wird und trotzdem trägt. Zum Schluss bat Vogt seine Freundin Simone Möhring nach vorn, Ehrenamtsmanagerin im Kirchenkreis Fulda. Gemeinsam sangen sie das Abschlusslied.

Nach dem Vortrag ging es im Foyer weiter: Bei Brezen und Getränken wurde noch lange gesprochen, Bücher wurden gekauft und signiert, viele blieben einfach noch da, um den Abend ausklingen zu lassen. (js/pm)+++


Original auf osthessen-news.de