Die Domstadt zeigt Solidarität: Flaggen wehen, Bürger erinnern an Angriffe

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Vier Jahre nach Kriegsbeginn: Menschen versammeln sich in Fulda mit ukrainischen Fahnen. - Fotos: Marvin Myketin

FULDA Vier Jahre nach Überfall auf Ukraine

25.02.26 - Seit mittlerweile vier Jahren tobt der Krieg in der Ukraine. Am 24. Februar 2022 überfiel Russland das Nachbarland, nachdem es bereits 2014 die ukrainische Halbinsel Krim völkerrechtswidrig annektiert hatte. Anlässlich des vierten Jahrestages der Vollinvasion gingen am Dienstag Ukrainerinnen und Ukrainer auf der ganzen Welt auf die Straße, um den Toten zu gedenken, sich gegenseitig Trost zu spenden und um zu zeigen: Der Krieg ist noch lange nicht vorbei.

"Leider haben wir immer noch diesen schmerzhaften Anlass, in Städten auf der ganzen Welt heute mit blauen und gelben Fahnen auf die Straße zu gehen", begrüßte Organisatorin Viktoriya Zasedatelyeva die rund 80 Anwesenden auf dem Bahnhofsplatz in Fulda, "Wir sind Deutschland sehr dankbar für die militärische und humanitäre Hilfe. Es gibt uns Hoffnung, zu sehen, dass viele demokratische Länder auf der Seite von Recht und Frieden stehen. Diese Hilfe rettet Leben."

Demonstranten gedenken der Opfer des Krieges in der Ukraine.

Russland will Identität und Stimme der Ukraine auslöschen

Zasedatelyeva betonte im Folgenden, dass der letzte Winter einer der schwersten seit der Unabhängigkeit der Ukraine war, da Russland gezielt Kraftwerke und Wohngebiete angegriffen habe. "Russland versucht nicht nur, unser Land zu zerstören, sondern auch, unsere Identität und unsere Stimme auszulöschen", äußerte sie.

Mahnwache zeigt Solidarität und Hoffnung für das ukrainische Volk.

Kritik übte sie vor allem am Umgang mit ukrainischen Sportlern bei Olympia: "Es tut besonders weh, zu sehen, dass ukrainische Sportler bei internationalen Wettbewerben oft nicht über den Krieg sprechen dürfen. Gleichzeitig dürfen russische Athleten wieder teilnehmen, auch solche mit militärischem Hintergrund. Für uns ist das eine Frage der Gerechtigkeit."

Ukraine lebt und wird bestehen

Nach einer Schweigeminute appellierte sie: "Heute gehen wir nicht nur mit Schmerz auf die Straße. Wir gehen mit Würde, mit Glauben und mit Hoffnung, um der Welt zu sagen: Die Ukraine lebt und sie wird bestehen. Wir wollen einen gerechten Frieden, einen Frieden ohne Besetzung. Wir wollen Frieden in einer Welt, in der Druck auf den Aggressor ausgeübt wird und nicht auf das Opfer. Und wir wollen eine Welt, in der Verbrechen Konsequenzen haben." (Anna Weißenberger) +++


Original auf osthessen-news.de