Große Demonstration läuft: Wut und Trauer über Mord an Bahn-Mitarbeiter
c.von-butler
Zahlreiche Personen haben sich vor dem Esperanto-Hotel versammelt, um gemeinsam für mehr Sicherheit zu protestieren - Fotos: Marvin Myketin
FULDA Klaro Forderungen der EVG
25.02.26 - Auf dem Esperantoplatz in Fulda herrscht derzeit eine gespannte, aber entschlossene Stimmung: Zahlreiche Personen versammeln sich zur Kundgebung der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG). Anlass ist der tödliche Angriff auf den Zugbegleiter Serkan Çalar in Rheinland-Pfalz vor wenigen Wochen. Die Gewerkschaft fordert Politik, Aufgabenträger und Unternehmen auf, endlich wirksame Maßnahmen zum Schutz der Beschäftigten zu ergreifen.
"Sicherheit für alle Bahn-Mitarbeiter", heißt es auf Transparenten, die die Demonstrierenden mitgebracht haben. Viele tragen Warnwesten und haben Schilder mit klaren Forderungen dabei.
Unter den Demonstrierenden steht Kristian Loroch, stellvertretender EVG-Vorsitzender. Loroch betont, dass die Gewerkschaft nicht nur die tragische Tat von Landstuhl anprangert, sondern auch die systematischen Sicherheitsprobleme in der Branche aufzeigt.
Protestaktion für besseren Schutz von Bahn-Mitarbeitern
Die Teilnehmer ziehen Parolen wie "Schutz für Schaffner jetzt!" und "Gewalt gegen Mitarbeiter stoppen!" Die Stimmung ist gleichzeitig wütend und traurig, da viele Kollegen persönliche Erinnerungen an ähnliche Vorfälle haben. Mehrere Redner erinnern an die steigende Zahl von Angriffen auf Bahn-Mitarbeiter: Von Januar bis Ende Oktober 2025 wurden 2.987 Beschäftigte Opfer von Straftaten, darunter über 1.200 Fälle von Körperverletzung und mehr als 300 Fälle gefährlicher Körperverletzung, wie das Bundesinnenministerium berichtet. Die EVG betont, dass es nicht nur um das Gedenken an Serkan Çalar gehe, sondern darum, dass künftig solche Tragödien verhindert werden.Bundesweite Initiative
Die Kundgebung ist Teil einer bundesweiten Initiative der Gewerkschaft, die auf die Gefahren und fehlenden Schutzmaßnahmen für Bahn-Mitarbeiter aufmerksam machen will. Auch Medienvertreter verschiedener Sender sind vor Ort, um über die laufende Aktion zu berichten.O|N berichtet im Laufe des Abends ausführlich über die Kundgebung in Fulda. (Constantin von Butler) +++
Original auf osthessen-news.de