Designpreis: Jury würdigt Schlossturmprojekt als "markante, zeitlose Präsenz"
moritz.bindewald
Sie prägt seit Anfang September 2024 das Stadtbild: Die Schlossturm-Haube. - Archivfoto: O|N/Victor Brühl
FULDA Umstrittene Haube
26.02.26 - Krone, Krake, Kralle - kaum ein anderes Vorhaben hat die Menschen in Osthessen so gespalten wie dieses. Viele Spitznamen hat die Schlossturm-Haube in Fulda bekommen. Nun sorgt die rund 15 Meter hohe Stahlkonstruktion erneut für Aufmerksamkeit, denn das gesamte Schlossturmsanierungsprojekt wurde mit dem German Design Award in der Kategorie Architektur ausgezeichnet. Für die Jury war die Gesamtkonzeption mehr als stimmig: "Herausragend ist der Umgang mit Proportionen und Materialität, der dem öffentlichen Bauwerk eine markante, zeitlose Präsenz verleiht."
Nun der Fuldaer Schlossturm samt Haube mit dem Design Award ausgezeichnet. ...Archivfoto: O|N/Henrik Schmitt
Es war das Gesprächsthema schlechthin: Anfang September 2024 wurde die Haube mit einem Kran angehoben und auf die historische Bausubstanz gesetzt. Die Pläne wurden im März 2022 von der Stadt Fulda im Rahmen des Umbaus des Schlossturmes vorgestellt. 4,8 Millionen Euro kostete die in großen Teilen durch Fördermittel finanzierte Sanierung. Weitere 600.000 Euro waren für die "Krone" vorgesehen. Bundesweit sorgte das Projekt für reichlich Diskussionen. So nahm auch der Bund der Steuerzahler (BdSt) die "Krone" in sein Schwarzbuch 2023/24 auf (O|N berichtete).
Wahrzeichen der Stadt: Jury würdigt Schlossturm samt Haube
Der German Design Award wird seit 2012 vom German Design Council verliehen. Für die Teilnahme ist eine Grundgebühr fällig. Sollte man gewinnen, ist eine zweite Gebühr fällig für das sogennante "Winner Package". Die interdisziplinär besetzte, internationale Jury spricht in ihrem Statement von einer "subtilen Verbindung von Geschichte und Gegenwart", die den Turm des Stadtschlosses präge. Weiter heißt es: "Die sensible Integration moderner Elemente wie Stahlkonstruktion und Aufzug in die bestehende Bausubstanz schafft einen charakterstarken, emotional erfahrbaren Raum." Durch die "raffinierte Gestaltung" der Durchblicke bleibe die historische Hülle lebendig. Der Turmkopf sei eine künstlerische Stahlkonstruktion, "die eine von der Renaissancezeit bis in den Barock vorhandene Turmhaube, als Abstraktion andeutet".
"Sehr wertige Auszeichnung"
Das von der Stadt Fulda beauftragte Eichenzeller Architekturbüro "Krieg + Warth" übernahm das Design. Für den Bau der Haube war die Firma Hahner-Technik zuständig. Die Urkunde nahmen Stadtbaurat Daniel Schreiner und Architekt Jürgen Krieg bei der Preisverleihung in Frankfurt entgegen.
Der Stadtbaurat freute sich, wie es in einem Beitrag in den Stadtseiten der Stadt Fulda (17. Februar) nachzulesen ist, "dass wir in den Kreis der Ausgezeichneten aufgenommen wurden". Krieg, der den Beitrag selbst einreichte, zeigte sich ebenfalls positiv gestimmt: "Es handelt sich um einen etablierten Preis, der ursprünglich aus der Produktwelt herrührte und seit einer Weile auch Architektur abdeckt. Angesichts der fachlichen Expertise der Jurymitglieder ist es in Deutschland eine sehr wertige Auszeichnung." Auf O|N-Anfrage stellt er abschließend nochmal heraus: "Man hängt viel Herzblut und Arbeit in ein solches Projekt, umso schöner ist natürlich eine solche Anerkennung." (mkr) +++
Original auf osthessen-news.de