Ex-Ministerpräsident Bodo Ramelow besucht Erinnerungsorte im Vogelsberg

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Von links nach rechts: Katharina Jacob, Bürgermeisterkandidatin der Linken für Lauterbach, Dietmar Schnell, Spitzenkandidat der Partei für die Kreistagswahl, Helmut Meß, Vorsitzender des Heimatvereins Kirtorf, Christoph Lück, Bürgermeister von Kirtorf und Bodo Ramelow, Vizepräsident des Deutschen Bundestages in der ehemaligen Synagoge Ober-Gleen - Foto: Die Linke Vogelsbergkreis

REGION VB Vier Stätten jüdischer Geschichte

25.02.26 - Auf Einladung der Vogelsberger Linken hat der Vizepräsident des Deutschen Bundestages und ehemalige Ministerpräsident Thüringens, Bodo Ramelow, mehrere Erinnerungs- und Gedenkorte im Vogelsberg besucht. Im Mittelpunkt der Rundfahrt standen Einrichtungen, die sich mit jüdischem Leben, regionaler Geschichte und der Zeit des Nationalsozialismus beschäftigen.

Zum Auftakt machte die Gruppe Station in der Gedenkstätte Speier im Alsfelder Stadtteil Angenrod. Dort erklärte Joachim Legatis vom Trägerverein, dass Angenrod um 1860 einen außergewöhnlich hohen jüdischen Bevölkerungsanteil hatte – rund 42 Prozent, der zweithöchste Wert in Hessen. Die Einrichtung versteht sich als Lernort für Schulklassen und bietet neben einer Ausstellung auch digitale Rundgänge zur Geschichte jüdischen Lebens in der Region. Vertreterin des Ortsbeirats, Christa Haidu, zeigte sich erfreut über den Besuch.

Weiter ging es für Ramelow, Kreistagsfraktionsvorsitzenden Dietmar Schnell, Bürgermeisterkandidatin Katharina Jacob und weitere Teilnehmer zur ehemaligen Synagoge in Ober-Gleen (Kirtorf), die heute als Kulturhaus genutzt wird. Helmut Meß vom Heimatverein sowie Bürgermeister Christoph Lück betonten dort die Bedeutung von Denkmalpflege und lokaler Erinnerungskultur. Ramelow erinnerte daran, dass er selbst viele Jahre in Mittelhessen arbeitete und ihm die Region daher vertraut sei. Er verwies auf umfangreiche Projekte zur Erinnerungskultur in Thüringen und Franken, wo unter anderem "Koffer-Mahnmale" an die vertriebenen und ermordeten jüdischen Mitbürger erinnern.

Kaffee und Kuchen mit Ramelow

Dritte Station der Tour war die ehemalige Synagoge Kestrich im Feldatal. Dort berichtete der frühere Bürgermeister Dietmar Schlosser eindrücklich über die jüdische Geschichte des Ortes. Anschließend bestand im Bürgerhaus die Gelegenheit, bei Kaffee und Kuchen mit Ramelow und den Vertretern der Vogelsberger Linken ins Gespräch zu kommen.

Zum Abschluss besuchte die Gruppe das Muna-Museum Bermuthshain. Museumsleiter Carsten Eigner sowie die Vorstandsmitglieder Jürgen Löffler-Wegwerth und Daniela Schwarzhaupt führten durch die Ausstellung und präsentierten ein neues Diorama zur Geschichte der ehemaligen Luftmunitionsanstalt. Mit ausführlichen Einblicken in die lokalen Kriegsereignisse rundeten sie den Rundgang ab.

Zum Ende des Besuchs zeigten sich Ramelow und Schnell beeindruckt: "Es war eine bewegende Tour. Wir danken den vielen Ehrenamtlichen, die sich so intensiv kümmern. Das war sehr beeindruckend." (mmb/pm) +++


Original auf osthessen-news.de