Sicherheit im Mittelpunkt: Blaulicht-Forum setzt mit Herrmann starkes Signal

c.von-butler

Von links: Simon Filipp (MIT-Geschäftsführer), der Landtagsabgeordnete Thomas Hering (CDU), CDU-Kreisvorsitzender Frederik Schmitt, Landtagsabgeordneter Sebastian Müller (CDU), Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU), Florian Wehner, Kreisvorsitzender der MIT (CDU) und Landrat Bernd Woide (CDU) - Fotos: Carina Jirsch

FULDA Bayerns "schwarzer Sheriff" zu Gast

26.02.26 - Volles Haus im 3G-Hotel in Fulda, prominenter Besuch aus Bayern und eine Debatte, die aktueller kaum sein könnte: Beim "Blaulicht-Forum" der Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT) Fulda steht die Innere Sicherheit im Mittelpunkt. Unter dem Motto "Der schwarze Sheriff kommt" diskutieren Politiker, Vertreter von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten sowie zahlreiche Gäste über Verantwortung, Rechtsstaatlichkeit und die Herausforderungen unserer Zeit.

Schon im Vorfeld ist klar: Das Thema bewegt. Die Sicherheitslage sei komplexer geworden, sagt Florian Wehner, Kreisvorsitzender der MIT. "Unser Staat steht täglich vor neuen Aufgaben." Extremismus, Gewalt, internationale Krisen und Cyberkriminalität stellten Politik und Einsatzkräfte vor enorme Herausforderungen. Seine Forderung ist eindeutig: "Wir müssen schnell und entschlossen handeln. Extremismus und Gewalt gefährden den Frieden in unserer Demokratie." Unter den Gästen sind unter anderem Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld, Landrat Bernd Woide sowie die Landtagsabgeordneten Sebastian Müller und Thomas Hering. Vertreter aus Wirtschaft, CDU und Blaulicht-Organisationen nutzen die Gelegenheit zum Austausch.

Der bayerische Innenminister spricht über aktuelle Bedrohungslagen und die Verantwortung ...

Klare Haltung zur inneren Sicherheit

Als Hauptredner ist Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) nach Fulda gekommen. Der langjährige Innenpolitiker gilt als Verfechter einer konsequenten Sicherheitspolitik. Gleich zu Beginn betont er die Verbundenheit mit Hessen und der Region: "Wir pflegen eine gute Nachbarschaft und Zusammenarbeit mit Fulda." Auch mit seinem Kollegen Roman Poseck, dem Hessischen Innenminister, habe er ein vertrauensvolles Verhältnis: "Wir sind uns einig und ziehen selbst bei harten Themen an einem Strang." Die Herausforderungen seien bundesweit ähnlich: "Herausforderungen, die uns alle gemeinsam beschäftigen."

Die Organisatoren des Abends setzen mit dem Blaulicht-Forum ein Zeichen für Wertschätzung ...

Für Herrmann steht fest: "Innere Sicherheit ist die Kernaufgabe eines modernen Staates." Gleichzeitig mahnt er Realismus an: "Hundertprozentige Sicherheit kann niemand versprechen." Entscheidend sei jedoch, dass der Staat handlungsfähig bleibe. "Das erwarten die Menschen auch!" CDU und CSU hätten die Sicherheit stets im Blick - dieses Thema sei in der Union eben "kein fünftes Rad am Wagen".

Mit Blick auf Extremismus findet Herrmann deutliche Worte. "Wir wollen mit Extremisten nichts zu tun haben." Und weiter: "Wenn die Toleranten zu lange tolerant sind, kann der Tag kommen, wo die Intoleranten die Macht übernehmen." Demokratie müsse verteidigt werden - das machte der Innenminister im Laufe des Abends immer wieder deutlich.

Fulda und Bayern: Gemeinsame Linie

Auch Fuldas CDU-Kreisvorsitzender Frederik Schmitt sieht viele Parallelen zwischen Region und Freistaat. "Der Landkreis Fulda und der Freistaat Bayern haben viele Gemeinsamkeiten. Die Rhön verbindet und vereint uns." In Fragen der inneren Sicherheit denke man ähnlich. "Innere Sicherheit funktioniert nur, wenn alle zusammenarbeiten." Besonders hebt er die Leistungsfähigkeit der Rettungsdienste hervor - gerade im ländlichen Raum.

Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld (CDU) begrüßt Joachim Herrmann ...

Der CDU-Kreisvorsitzende betont die enge Zusammenarbeit zwischen Landkreis, Polizei ...

Wertschätzung für Ehrenamt und Einsatzkräfte

Ein zentrales Thema des Abends ist die Rolle von Feuerwehr und Rettungsdiensten. Herrmann stellt klar: "Feuerwehren und Rettungsorganisationen sind ein Thema der Sicherheit: Jeder von uns weiß, es kann jederzeit etwas passieren." Die Leistungen der Ehrenamtlichen würdigt er ausdrücklich: "Es ist großartig, was wir in unserem Land an Feuerwehrleuten haben." Dieses Engagement sei "unbezahlbar – aber sie brauchen eine ordentliche Ausrüstung".

Neben der inneren Sicherheit geht es auch um Migration und Integration. Herrmann verweist auf sinkende Flüchtlingszahlen: "Wir haben im vergangenen Jahr die Flüchtlingszahlen mehr als halbiert." Zugleich betont er: "Wir haben Gesetze und die gelten für alle." Wer dauerhaft bleiben dürfe, müsse integriert werden und "unsere Sprache sprechen."

Sicherheit als Gemeinschaftsaufgabe

Im weiteren Verlauf wird deutlich: Sicherheitspolitik ist für die Veranstalter kein Randthema. "Wir müssen die Weichen für die Zukunft stellen", sagt Herrmann. Dazu gehöre auch, junge Menschen für demokratische Werte zu begeistern und Bürokratie abzubauen.

Nach den Vorträgen folgen intensive Gespräche. Vertreter von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten schildern ihre Perspektiven, Gäste stellen Fragen, diskutieren offen und kritisch. Das Blaulicht-Forum wird seinem Anspruch gerecht: ehrlicher Austausch auf Augenhöhe.

Am Ende bleibt eine klare Botschaft: Sicherheit ist kein Zufall. Sie ist das Ergebnis politischer Entscheidungen, starker Institutionen – und eines engagierten Ehrenamts. Fulda setzt mit diesem Abend ein deutliches Signal für Respekt, Verantwortung und eine starke Sicherheitsarchitektur. (Constantin von Butler) +++


Original auf osthessen-news.de