Wasserversorgung soll langfristig gesichert werden

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Bürgermeisterin Claudia Brandes mit Manuel Schäfer von den Gemeindewerken auf dem Gelände der geplanten Probebohrung in Dietershan. - Foto: Sebastian Kircher/Gemeinde Petersberg

PETERSBERG Probebohrung für neuen Tiefbrunnen

27.02.26 - Die Gemeinde Petersberg (Kreis Fulda) treibt die Erschließung eines neuen Tiefbrunnens voran. Das Projekt soll die Trinkwasserversorgung angesichts sinkender Quellschüttungen langfristig stabilisieren. Seit rund 100 Jahren beziehen die Petersberger ihr Trinkwasser aus den Rhönquellen bei Elters. Doch die Wassermenge ist zuletzt deutlich zurückgegangen.

Im Jahr 2025 wurden lediglich 269.000 Kubikmeter gewonnen – so wenig wie noch nie seit Beginn der Aufzeichnungen und fast 100.000 Kubikmeter weniger als 2024. "Das heißt nicht, dass die Wasserversorgung in Petersberg akut gefährdet ist", betont Bürgermeisterin Claudia Brandes. "Aber dieser Rückgang stellt uns als Gemeinde doch vor immense Herausforderungen."

Mehr Belastung für Tiefbrunnen – steigende Kosten

Wenn weniger Quellwasser zur Verfügung steht, müssen die bestehenden Tiefbrunnen stärker arbeiten. Das bedeutet: Pumpen laufen länger und verbrauchen mehr Energie. Gleichzeitig muss die Gemeinde zusätzlich Wasser von benachbarten Versorgern zukaufen – zu deutlich höheren Preisen. "Um die Wasserversorgung langfristig zu sichern, kommen wir nicht darum herum, einen neuen Tiefbrunnen zu erschließen", so Brandes weiter.

Für das Vorhaben gibt es bereits einen möglichen Standort: einen früher erkundeten Brunnen in Dietershan, der in den 1970er‑Jahren untersucht, aber nie genutzt wurde. "Wir haben dieser Tage einen Antrag auf Probebohrung und Pumpversuch bei der Oberen Wasserbehörde gestellt", erklärt Manuel Schäfer, technischer Betriebsleiter der Gemeindewerke Petersberg. Das Genehmigungsverfahren könne bis zu einem halben Jahr dauern.

Baubeginn frühestens 2027 – Inbetriebnahme 2029 oder 2030

Erst nach Genehmigung könnte im Herbst die Probebohrung erfolgen, gefolgt von einem mehrmonatigen Pumpversuch. Fällt die Wasserqualität positiv aus, kann anschließend der eigentliche Tiefbrunnen gebaut werden. "Je nach Aufwand gehen wir davon aus, dass ein neuer Tiefbrunnen 2029 oder 2030 in Betrieb gehen kann", so Schäfer. Die Kosten werden auf 2,5 bis 3 Millionen Euro geschätzt.

Mit der Wasserbilanz 2025 zeigen sich die Verantwortlichen grundsätzlich zufrieden. Die Wasserverluste konnten, wie schon in den Vorjahren, bei niedrigen sechs Prozent gehalten werden: Von insgesamt rund 750.000 Kubikmetern gefördertem Wasser gingen nur 48.540 Kubikmeter verloren. Die Gemeindewerke betreuen mit kleinem Personalbestand ein über 200 Kilometer langes Versorgungsnetz sowie zahlreiche technische Anlagen. Schäfer: "Das wird auch von den übergeordneten Behörden bei regelmäßigen Kontrollen so attestiert."

Sparappell der Bürgermeisterin

Trotzdem bereitet ein Punkt Sorgen: der steigende Verbrauch. Obwohl die Gemeinde mehrfach zum Wassersparen aufgerufen hat, lag der Verbrauch 2025 höher als im Vorjahr. Brandes richtet deshalb einen erneuten Appell an die Bevölkerung: "Sauberes Trinkwasser ist eines unserer kostbarsten Güter. Jeder einzelne sollte deshalb verantwortungsvoll und nachhaltig damit umgehen." (mmb/pm) +++


Original auf osthessen-news.de