Equal Pay Day: Frauen verdienen in Hessen 19 Prozent weniger als Männer
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Die Gender-Pay-Gap wird in Hessen nicht kleiner. - Symbolbild: picture alliance / HANS KLAUS TECHT / APA / picturedesk.com | HANS KLAUS TECHT
REGION Rückschritt statt Gleichstellung?
26.02.26 - Zum Equal Pay Day wird erneut deutlich: Frauen verdienen in Hessen weiterhin 19 Prozent weniger als Männer. Selbst bei gleicher Arbeit beträgt der Unterschied acht Prozent. Statt strukturelle Benachteiligung abzubauen, werden die zentralen Schutzrechte verkompliziert.
Renate Sternatz, stellvertretende Bezirksvorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) Bezirk Hessen-Thüringen, verweist in einer offiziellen Pressemitteilung darauf, dass die Lohnunterschiede unter anderem mit strukturellen Faktoren wie der Verteilung von Sorgearbeit, Teilzeitbeschäftigung und Betreuungsangeboten zusammenhängen.
Im Schnitt 5,54 Euro pro Stunde weniger als Männer
Nach Angaben des Statistischen Landesamtes Hessen verdienten Frauen 2025 im Durchschnitt in Hessen 24,21 Euro brutto pro Stunde und damit 5,54 Euro weniger als Männer (29,75 Euro). Außerdem lässt sich an den Zahlen erkennen, dass die Lohnlücke mit steigendem Alter zunimmt. Insbesondere nach der Familiengründung vergrößert sich der Verdienstabstand und bleibt bis zum Renteneintritt bestehen. Bei gleicher oder gleichwertiger Arbeit liegt der Unterschied bundesweit bei durchschnittlich sechs Prozent, in Hessen laut Hessischem Lohnatlas bei 6,9 Prozent.Der DGB weist zudem darauf hin, dass aktuelle arbeitsmarktpolitische Diskussionen, etwa zum Arbeitszeitgesetz, zum Acht-Stunden-Tag oder zum Teilzeitrecht, Auswirkungen auf die Gleichstellung haben könnten. Aus Sicht der Gewerkschaft sollten bestehende Schutzrechte im Sinne fairer Arbeitsbedingungen weiterentwickelt werden. Für mehr Entgeltgerechtigkeit seien verbindliche gesetzliche Regelungen und mehr Transparenz erforderlich.
Zu den diskutierten Maßnahmen für mehr Lohngerechtigkeit zählen unter anderem erweiterte Möglichkeiten zur befristeten Arbeitszeitreduzierung, ein Rückkehrrecht aus Teilzeit in Vollzeit, Reformen im Bereich geringfügiger Beschäftigung sowie eine stärkere Tarifbindung. Nach Angaben des DGB sind in tarifgebundenen Betrieben die Einkommen im Durchschnitt höher und die Arbeitszeiten häufig kürzer. (ems) +++
Original auf osthessen-news.de