Heimatschützer schwören Treue: 100 Rekruten legen feierliches Gelöbnis ab

c.von-butler

FULDA Regierungschef Rhein: "Demokratie schützen!"

27.02.26 - Es ist ein bewegender Akt: Rund 100 Rekruten des Heimatschutzregiments 5 haben am Donnerstagmittag im Innenhof des Vonderau-Museums in Fulda ihr feierliches Gelöbnis abgelegt. Bei strahlendem Sonnenschein und im Beisein zahlreicher Gäste aus Politik, Bundeswehr und Gesellschaft bekannten sie sich dazu, "der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen und das Recht und die Freiheit des Deutschen Volkes tapfer zu verteidigen".

Mit dem Einmarsch der Ehrenformation begann der Appell pünktlich. Neben Angehörigen und Freunden waren unter anderem Hessens Ministerpräsident Boris Rhein (CDU), Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld (CDU), der Kasseler Regierungspräsident Mark Weinmeister (CDU), Bundestagsabgeordneter Jan Nolte (AfD), Landtagsabgeordneter Thomas Hering (CDU), Stadtverordnetenvorsteherin Margarete Hartmann (CDU), die Ex-Staatssekretäre Dr. Walter Arnold und Prof. Dr. Wolfgang Dippel (beide CDU), DRK Fulda-Chef Christoph Schwab sowie Osthessens Polizeipräsident Michael Tegethoff unter den Gästen.

„Sicherheit und Demokratie im Blick“: Ministerpräsident Boris Rhein (CDU, ...Fotos: Carina Jirsch

Das Heimatschutzregiment 5 ist Teil der neu aufgestellten Heimatschutzdivision des Heeres, die seit dem 1. April 2025 alle Heimatschutzregimenter unter einem Kommando bündelt. In Hessen ist das Regiment 5 zuständig. Es befindet sich im Aufbau und soll künftig rund 1.200 freiwillige Reservisten umfassen. Zu seinen Aufgaben gehören der Schutz kritischer Infrastruktur, die Sicherung militärischer Einrichtungen und Transportwege sowie die Unterstützung ziviler Behörden bei Naturkatastrophen oder schweren Unglücksfällen im Rahmen der Amtshilfe nach Artikel 35 Grundgesetz. Auch der sogenannte Host Nation Support - die Absicherung von Truppenbewegungen verbündeter Streitkräfte - gewinnt angesichts der sicherheitspolitischen Lage an Bedeutung.

Sonniger Moment der Verpflichtung: Rund 100 Rekruten des Heimatschutzregiments ...

Ministerpräsident Boris Rhein hebt die Bedeutung des Engagements der Rekruten in ...

"Sie verpflichten sich, Deutschland zu dienen"

Oberst Siegfried Zeyer, Kommandeur des Heimatschutzregiments 5, begrüßte die Rekruten mit den Worten: "Sie verpflichten sich, Deutschland zu dienen - zur Bewahrung unserer freiheitlich-demokratischen Idee." Zugleich dankte er der Stadt: "Ich bedanke mich, dass wir in Fulda unser feierliches Gelöbnis durchführen dürfen." Mit Blick auf die angetretenen Soldaten betonte er: "Sie sind unsere Heimatschützer."

Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld betont die zentrale Rolle Fulda als Gastgeber ...

Das Heimatschutzregiment 5 soll künftig rund 1.200 freiwillige Reservisten umfassen ...

Zeyer machte deutlich, welche Verantwortung damit verbunden ist: "Heimatschützer spielen eine besondere Rolle: Wir schützen Deutschland in Deutschland." Der Heimatschutz sei "keine Sekundärfähigkeit. Am oberen Ende der Speerspitze steht der Kampf gegen gut trainierte Sabotagekräfte". Deshalb gelte: "Heimatschutz braucht Professionalität." Den Rekruten rief er zu: "Sie können stolz darauf sein, sich für unser Land zu bekennen. Ich habe Hochachtung davor."

Nach dem Appell lud das Heimatschutzregiment 5 gemeinsam mit der Stadt Fulda zum Empfang ...

Rhein warnt vor Gefährdung von Demokratie und Freiheit

Auch Ministerpräsident Boris Rhein würdigte den Schritt der Soldaten. "Das ist ein ganz besonderer Tag. Sie sind im Dienst für die Bundesrepublik Deutschland. Sie geloben, Deutschland zu dienen und zu verteidigen." In einer Zeit wachsender internationaler Spannungen sei ihr Engagement von herausragender Bedeutung: "Es ist eine der herausforderndsten und konfliktreichsten Zeiten seit Ende des Zweiten Weltkriegs." Rhein mahnte: "Entweder sichern wir unsere Demokratie selbst oder andere entscheiden über unsere Freiheit." Die Angetretenen seien "das personifizierte Schutzversprechen des Staates". Recht und Freiheit seien "das Fundament unserer Demokratie".

Bewusstes Zeichen: Gelöbnis im Herzen der Stadt

Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld sprach von einer "großen Ehre" für Fulda, Gastgeber dieses feierlichen Gelöbnisses zu sein. Dass die Rekruten des Heimatschutzregiments 5 ihr Bekenntnis zur Bundesrepublik Deutschland im Herzen der Stadt ablegten, sei ein bewusstes Zeichen. Mit Blick auf die weltpolitische Lage wurde Wingenfeld deutlich: Der Krieg in der Ukraine zeige,"unser Friede ist nicht selbstverständlich". Sicherheit, Freiheit und Stabilität seien keine Garantien, sondern müssten immer wieder neu gesichert werden. Deshalb gelte der Grundsatz: "Wer Frieden will, der muss zur Verteidigung bereit sein." Es gehe dabei nicht nur um politische Debatten auf Bundesebene, sondern auch um Haltung im Alltag. "Es ist wichtig, dass wir uns nicht nur in der Theorie, sondern auch vor Ort zu einer wehrhaften Demokratie bekennen.

Fordernde Ausbildung stärkt Zusammenhalt und Überzeugung

Für die Rekruten sprach Gefreiter Henning Schmitt. "Wir sind hier, weil wir uns freiwillig entschieden haben, diesen Weg zu gehen", sagte er. "Jeder Einzelne steht hier aus Überzeugung." Die Ausbildung sei fordernd gewesen: "Doch keiner der Herausforderungen war zu groß für uns. Im Gegenteil: Sie haben uns stärker gemacht." Man habe sich entschieden, "Verantwortung zu tragen". Disziplin, Durchhaltevermögen und Stolz seien die Werte, die sie dabei leiteten.

Nach dem Appell lud das Heimatschutzregiment 5 gemeinsam mit der Stadt Fulda zu einem Empfang in die Kapelle des Vonderau-Museums ein - Gelegenheit für persönliche Gespräche und einen Austausch über die Rolle des Heimatschutzes in bewegten Zeiten. (Constantin von Butler) +++


Original auf osthessen-news.de