"Falsche Prioritäten in Brüssel": Pentz wehrt sich gegen Mini‑Shampoo‑Verbot

julia.schuchardt

Die EU will Verpackungsmüll reduzieren. In einigen Jahren könnte das auch die beliebten Mini-Shampoos und ähnliche Pflegeprodukte aus Hotelzimmern verbannen. Hessen schlägt Alarm! - Foto: Adobe Stock / Irina

REGION Europaminister kritisiert Pläne

27.02.26 - Die EU will Verpackungsmüll reduzieren. In einigen Jahren könnte das auch die beliebten Mini-Shampoos und ähnliche Pflegeprodukte aus Hotelzimmern verbannen. Alarm kommt jetzt aus Hessen! Europa- und Entbürokratisierungsminister Manfred Pentz (CDU) findet, dass man sich da die falschen Baustellen aussucht.

"Wir müssen unser Europa verteidigen, statt kleine Shampoos zu verbieten. Während die EU vor historischen Herausforderungen steht, zählt Brüssel Milliliter. Das sind mal wieder völlig falsche Prioritäten. Wir brauchen mehr Europa im Großen und weniger Bürokratie im Kleinen", so Staatsminister Pentz in Wiesbaden. Konkrete Beispiele für den hessischen Minister: "Eine echte Verteidigungsunion, ein Raketenabwehrschirm und eine gemeinsame Armee. Wer Europa ernsthaft stärken will, setzt Prioritäten statt Paragraphen."

Mini‑Shampoos sind nicht das Problem

Hessens Europaminister Manfred Pentz: "Völlig falsche Prioritäten!" Archivfoto: O|N/ Carina Jirsch

Gegen das Bestreben, den Verpackungsmüll zu reduzieren, sei grundsätzlich gar nichts einzuwenden. Und wirksame Maßnahmen seien ja von der Hotelbranche schon auf den Weg gebracht. "Viele Ketten haben die kleinen Fläschchen längst durch befestigte Spender in den Duschen ersetzt. An den Frühstücksbuffets findet man kaum noch Einwegportionen. Das sind wirksame Schritte", so Staatsminister Pentz. Aber in der aktuellen Situation brauche man Europa für die wichtigen Dinge statt noch mehr Regulierung. "Sicherheit, Verteidigung und Bürokratieabbau gehören zweifellos dazu. Mini-Shampoos nicht."

Grundlage für den Schritt der EU-Kommission ist die EU-Verpackungsverordnung, die bereits seit einem Jahr in Kraft ist. Ab 2030 sollen demnach Beherbergungsstätten keine Kosmetik-, Hygiene und Toilettenprodukte mehr in Einwegverpackungen bereitstellen. Betroffen sind neben den Mini-Shampoos auch Zahnputzsets, Rasierzubehör oder Pflegelotionen in kleinen Flaschen oder Tütchen. (js/pm)+++


Original auf osthessen-news.de