Frühjahrsempfang setzt auf Zusammenhalt, Zukunftsprojekte und neue Impulse

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Festspielintendantin Elke Hesse, der ehemalige Bundestagsabgeordnete Michael Roth und Landrat Torsten Warnecke (von rechts) beim Frühjahrsempfang des Stadtmarketingvereins Bad Hersfeld am Freitagabend in der Stadthalle - Fotos: Hans-Hubertus Braune

BAD HERSFELD "Made in Bad Hersfeld"

01.03.26 - Beim Frühjahrsempfang in Bad Hersfeld stand in diesem Jahr die Initiative "Made in Bad Hersfeld" im Mittelpunkt. Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Politik, Vereinen und Kultur kamen zusammen, um auf das vergangene Jahr zurückzublicken – und zugleich neue Vorhaben für 2026 vorzustellen.

Bürgermeisterin Anke Hofmann stellte in ihrer Ansprache den Gedanken des Miteinanders in den Mittelpunkt: "Es muss zusammengearbeitet werden – und zusammen können wir wirklich viel erreichen!" Gleichzeitig warb sie für einen Perspektivwechsel: Viele Gäste, die Bad Hersfeld besuchen, würden von der Stadt schwärmen. "Was sehen unsere Gäste, was wir in unserem Alltag vielleicht übersehen?" Gerade die Mischung aus Tradition und Aufbruch sei es, die Bad Hersfeld auszeichne. "Zusammenhalt ist kein Schlagwort – er ist die Grundlage des gemeinsamen Erfolgs!", betonte Hofmann.

Bürgermeisterin Anke Hofmann blickte zurück und natürlich nach vorne ...

Rückblick: Projekte und Veranstaltungen 2025

Mit Blick auf das vergangene Jahr nannte Hofmann eine Reihe von Projekten und Ereignissen, die Bad Hersfeld geprägt hätten: Die Klimatage seien nach längerer Pause wieder durchgeführt worden, zudem seien zwei Photovoltaik-Anlagen installiert worden. Als neue Veranstaltungsformate erwähnte sie die erste "Komische Nacht" mit fünf Comedians sowie ein Midnight-Sportevent (Minigolf im Jahnpark), das besonders viele junge Menschen angesprochen habe.

Weitere Punkte waren etwa der Förderbescheid für einen neuen Wohnmobilplatz, Fortschritte beim Hochbrückenbau, die Einführung einer sogenannten "Senioren-Rikscha" (Für eine barrierefreie Mobilität im Alter, inklusive speziell geschulter Fahrerinnen und Fahrer), das Richtfest des neuen Stadtarchivs, neu gekennzeichnete Fahrradwege und auch eher ungewöhnliche Veranstaltungen wie "Wrestling in der Stadthalle". Auch das Lollsfest sei im zurückliegenden Jahr ruhig und friedlich verlaufen, der Weihnachtsmarkt habe das Jahr schließlich stimmungsvoll und besinnlich abgeschlossen.

"Wir wollen heute Abend aber nicht nur zurück-, sondern auch nach vorne blicken – mit Mut, Vernunft und Begeisterung. Wir wollen brennen für diese Stadt, weil sie unsere gemeinsame Heimat ist", sagte Hofmann.

Über 1230 Gäste aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft zeigten eindrucksvoll: ...

Daniel Knauff, Sprecher "Stadtmarketing"

Ausblick 2026: Festspiele, Stadtarchiv und Sommer-Arena

Für 2026 kündigte Hofmann mehrere Vorhaben an. Dazu gehören "HERZfeld" – ein neues, digitales (Social-Media-)Format, das die Geschichte der Bad Hersfelder Festspiele neu erzählen soll – sowie ein eigener "Bad-Hersfeld-Trailer", um auch überregional für die Stadt zu werben. Unter anderem solle der neue "Stadt-Wagen" auch auf dem diesjährigen Hessen-Tag in Fulda seinen festen Platz bekommen. Mit Blick auf "75 Jahre Festspiele" rief sie außerdem zu einer Spendenaktion auf: Jede Bürgerin und jeder Bürger sei eingeladen, 75 Euro für die städtische Kultur und die Zukunft der Festspiele zu spenden.

Infrastruktur- und Stadtentwicklungsprojekte bleiben ebenfalls auf der Agenda: 2026 soll der Einzug ins neue Stadtarchiv erfolgen. Zudem seien Förderantrag und Baugenehmigung für das neue Festspiel-Funktionsgebäude "auf dem Weg". Die Stadtverordnetenversammlung wolle außerdem ein Jugendbildungszentrum erwerben, um dort in Kooperation mit der örtlichen Kirchengemeinde neue Kita-Plätze einzurichten, was unter den Anwesenden großen Zuspruch erhielt.

Unter dem Titel "Ab in die Mitte" habe sich Bad Hersfeld zudem für einen "Sommer-Arena"-Wettbewerb beworben: In der Breitenstraße seien – unterstützt durch Einzelhandel, Vereine und Kirche – verschiedene Aktionen geplant; von einer Rollschuhbahn bis zu Workshops und gemeinsamem Essen unter freiem Himmel. "Mit der Sommer-Arena", so Hofmann, "setzen wir den Startschuss für ein Projekt, das es hoffentlich für viele Jahre geben wird."

Festspielintendantin Elke Hesse bestens gelaunt

Udo Jung berichtete von den Aktionen der Gemeinschaft "Made in Bad Hersfeld" und den ...

Verein "WIRtschaftlich": Kreislaufwirtschaft, Fachkräfte und verlässliche Ansprechpartner

Für den Verein "WIRtschaftlich – Made in Bad Hersfeld" sprach Udo Jung. Er nannte unter anderem die effiziente Kreislaufwirtschaft als zentrales Zukunftsthema: Produkte länger zu nutzen und wieder in den Kreislauf zu bringen, werde immer wichtiger.

Für 2026 stellte Jung unter anderem ein Firmenfußballturnier sowie ein WIRtschaftlich-Forum im Mai und September in Aussicht. Für Jugendliche sei ein Motivationsformat im Jugendhaus geplant ("Finde Motivation").

Als laufende Projekte nannte Jung das Wasserwerk an der Fulda, die Idee, den Ratskeller wieder zu aktivieren, die Neugestaltung des Bahnhofsvorplatzes sowie ein Berufsorientierungsformat: Firmen sollen künftig mehr Gelegenheiten erhalten, sich Schülerinnen und Schülern zu präsentieren, indem die jeweiligen Betriebe interessierte Jugendliche direkt an den Schulen abholen, um ihnen in den eigenen Werkshallen unmittelbare Einblicke in den Firmenalltag zu ermöglichen.

Die Herausforderungen für die Wirtschaft umriss Jung mit den Stichworten Fachkräftemangel, KI-Kompetenz in Unternehmen, hohe Kosten (Nebenkosten, Rohstoffe), Bürokratie und Regulierung. Für viele Vorhaben brauche es zwingend eine enge Abstimmung mit der Stadt: "Wir brauchen verlässliche Ansprechpartner – das ist uns als Firmen sehr wichtig."

Stadtmarketing: Atmosphäre vor Ort bewahren

Daniel Knauff vom Stadtmarketing Bad Hersfeld e. V. betonte die Bedeutung des Einkaufserlebnisses und der Innenstadt-Atmosphäre. Online-Shopping könne die Erfahrung vor Ort nicht ersetzen. Trotz gelegentlicher Meinungsverschiedenheiten lobte er das konstruktive Verhältnis zur Stadt und erklärte, der neue Vorstand wolle dazu beitragen, "dieses Feeling" und die lebendige Atmosphäre zu erhalten.

Besonderes Literaturprojekt: Stadtschreiber-Stipendium startet

Einen kulturellen Akzent setzte außerdem das neue Stadtschreiber-Projekt. Dr. Felix Michel erinnerte daran, dass bereits 2022 die Frage im Raum stand: "Was kann man in dieser Stadt literarisch machen?" Mit dem Stadtschreiber-Stipendium werde nun eine Idee mit Tradition auch in Bad Hersfeld etabliert.

Der Trägerverein wurde am 5. September 2025 gegründet und zählt laut eigenen Angaben bereits 70 aktive Mitglieder. Das Stipendium hat einen Gegenwert von 12.000 Euro und wird ausschließlich über Mitgliedsbeiträge und Sponsoring finanziert. Geplant sind Lesungen, Gespräche, Podiumsdiskussionen, Ausstellungen sowie Schreibwerkstätten für Schülerinnen und Schüler.

Als erste Stadtschreiberin wurde Spiegel-Beststeller-Autorin Karen Köhler ausgewählt. In einem digitalen Grußwort sagte sie: "Ich fühle mich geehrt, für dieses Projekt als erste Stipendiatin ausgewählt worden zu sein. Ich war noch nie in Bad Hersfeld, freue mich aber auf die vielfältigen Begegnungen und den gemeinsamen Austausch!" Der Verein blickt erwartungsvoll auf das kommende Jahr: "Wir freuen uns auf ein tolles Jahr mit einer ebenso tollen Stadtschreiberin."

Bad Hersfeld zeigt, was es kann: Regionale Unternehmen präsentieren sich

Im Foyer der Stadthalle präsentierten sich im Rahmen der Veranstaltung auch einige Firmen und Institutionen Bad Hersfelds. So gehört zum Profil der Stadt selbstverständlich auch das wortreich, welches auch überregional für seinen Beitrag zu Sprachgeschichte und gelingender Kommunikation sehr geschätzt wird.

Das alteingesessene Unternehmen Grenzebach informierte an einem anderen Stand über seine Rolle als wichtiger Arbeitgeber und Ausbildungsbetrieb am Engineering-Standort Bad Hersfeld. Ein Statement aus dem Unternehmensumfeld betonte die eigene Ausbildungsleistung – unter anderem mit einer Azubi-Quote von zehn Prozent und dem grundlegenden Ziel, jungen Menschen in der Region nach der Schule eine echte Perspektive für den Berufseinstieg zu bieten.

Auch der Hersfelder Fahrrad-Händler "Riebold" präsentierte sich mit einem Stand, verbunden mit einem Ausblick: Am 14. März soll der erste Corratec-Flagship-Store in Deutschland in Bad Hersfeld eröffnen. (Marvin Hucke) +++


Original auf osthessen-news.de