Neujahrsempfang der Grünen: Jetzt soll der Landkreis neu gestaltet werden

c.von-butler

Beim Neujahrsempfang im antonius Café diskutieren die Grünen über die anstehende Kommunalwahl und aktuelle Herausforderungen. - Fotos: Maurice Schumacher

FULDA Kommunalwahl im Fokus

01.03.26 - Mit einem klaren Appell für basisdemokratisches Engagement, kommunalpolitische Gestaltungskraft und eine "grüne Transformation, die dranbleiben muss" haben Bündnis 90/Die Grünen im Landkreis Fulda am Sonntagvormittag ihren Neujahrsempfang im antonius Café veranstaltet. Rund um Gespräche, Austausch und politische Impulse standen dabei die anstehende Kommunalwahl sowie aktuelle gesellschaftliche und internationale Herausforderungen im Fokus.

Moderiert wurde die Veranstaltung von Marie-Louise Puls, Sprecherin des Fuldaer Kreisverbandes der Grünen. Sie blickte zu Beginn auch auf die vergangenen Jahre zurück: Die allgemeine Feindlichkeit, die man als Grüne erlebt habe, sei zwar nicht vollständig verschwunden, "aber kleiner geworden". Zugleich betonte Puls, dass sie in letzter Zeit wahrgenommen habe, dass grüne Themen vielen Bürgerinnen und Bürgern wieder stärker am Herzen lägen.

Boris Mijatovic betont die Bedeutung der lokalen Ebene und fordert: "Vor Ort ist der ...

Nicht verkriechen – gemeinsam Verantwortung übernehmen

Als besonderer Gast sprach Boris Mijatovic, MdB, der die Bedeutung der lokalen Ebene hervorhob: "Vor Ort ist der wichtigste Ort, wo Politik gemacht wird." Mijatovic warb dafür, sich nicht von Krisen und negativen Nachrichten lähmen zu lassen: Sich "zuhause einzuschließen" werde nicht funktionieren – jede und jeder könne einen Teil beitragen, um Dinge gemeinsam zum Positiven zu verändern. In seinen Ausführungen plädierte er für das konsequente Hochhalten des Gewaltverbots und eine internationale Aufarbeitung schwerster Verbrechen im Iran über multilaterale Institutionen.

Im Anschluss an die Redebeiträge suchen die Grünen das direkte Gespräch mit Bürgerinnen ...

Marie-Louise Puls blickt auf die vergangenen Jahre zurück und wirbt für mehr Engagement ...

Gleichzeitig unterstrich Mijatovic den Stellenwert kritischer Infrastruktur und verband dies mit Energiepolitik: Ohne erneuerbare Energien bleibe Deutschland abhängig von fossilen Brennstoffen – und damit von Tyrannen in der Welt. Auch für die politische Arbeit vor Ort fand er klare Worte: Man müsse "mit Lösungen überzeugen" und den direkten Austausch mit den Bürgerinnen und Bürgern an den Wahlkampf-Ständen suchen.

Deborah Müller-Kottusch stellt die Schwerpunkte der Grünen für den Fuldaer Kreistag ...

Vom Reden ins Handeln: Lösungen statt Problemrhetorik

Im zweiten Schwerpunkt des Vormittags stellte Deborah Müller-Kottusch, Spitzenkandidatin der Grünen für den Fuldaer Kreistag, zentrale Anliegen und Leitgedanken für den Landkreis vor. Mit Blick auf die bevorstehende Kommunalwahl sagte sie: "Wir schreiten in genau zwei Wochen zur Kommunalwahl" – und sie wolle sich einsetzen, den Landkreis auch weiterhin "liebens- und lebenswert" zu gestalten. Wer sich nicht einbringe, habe "eine große Chance vertan". Müller-Kottusch verwies zudem auf die Zusammensetzung der grünen Listen, die generell personell stark und mit einer Quote von 50% Frauen auch besonders paritätisch aufgestellt seien.

Inhaltlich betonte Müller-Kottusch die Rolle kommunaler Parlamente und Haushaltsentscheidungen: Gerade in Haushaltssitzungen entscheide sich, wofür Geld ausgegeben werde und welche Projekte umgesetzt würden. Die Grünen setzten sich nach ihren Worten dafür ein, dass Mittel für Natur- und Umweltschutz sowie Gesundheit eingesetzt werden. Zugleich machte sie deutlich, dass Politik auf kommunaler Ebene keineswegs aussichtslos sei – sie erfordere allerdings Toleranz, Geduld, Teamfähigkeit, Humor und vor allem anderen auch jede Menge Durchhaltevermögen. "Wir bleiben dran – jetzt muss umgedacht werden. Auf später zu warten, reicht nicht."

Zum Abschluss stand der Austausch mit Bürgerinnen und Bürgern im Mittelpunkt – ganz im Sinne der Veranstaltung: Kommunalpolitik nahbar machen, ins Gespräch kommen und gemeinsam Lösungen entwickeln. (Marvin Hucke) +++


Original auf osthessen-news.de