"Zum Brauereigaul": Laura Gaul (31) startet im Juni mit eigener Bierbar durch

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Laura Gaul (31) eröffnet im Sommer die Bierbar "Zum Brauereigaul". - Fotos: Marvin Myketin

FULDA Powerfrau zum Weltfrauentag

04.03.26 - Sie fliegt nach Kopenhagen zum Weltfrauentag, braut mit internationalen Kolleginnen ein Zeichen für Gleichberechtigung - und eröffnet im Sommer ihre eigene Bierbar mitten in Fulda: Laura Gaul (31) geht 2026 gleich doppelt in die Offensive. Pünktlich vor dem Hessentag will sie am 5./6. Juni eröffnen.

Aktuell findet die Renovierung statt.

Angefangen hatte alles in der Kneipe ihrer Großeltern. Zehn Jahre lang war Gaul dann im Brauwesen angestellt, arbeitete unter anderem auf Rügen in der Inselbrauerei und bei Glaabsbräu in Seligenstadt. Zuletzt verschlug es sie wieder in die Region. Der Wunsch nach etwas Eigenem wuchs dabei stetig. "Ich erfülle mir hiermit meinen Lebenstraum", sagt sie freudestrahlend im Gespräch mit OSTHESSEN|NEWS. Die Idee sei, wie ein Bier eben, lange gereift - Notizen und Fotos von Bar-Konzepten habe sie über Jahre gesammelt. Während andere in ihrem Alter Familien gründeten, habe sie sich bewusst für die Selbstständigkeit entschieden.

Frauen-Power in Kopenhagen

Kurz vor dem Start ihres Großprojekts geht es für die 31-Jährige am Dienstag (3. März) noch einmal ins Ausland. In Kopenhagen nimmt sie rund um den Internationalen Weltfrauentag am Sonntag (8. März) am "International Women's Collaboration Brew Day" teil - einem Brau-Event mit Frauen aus der Branche. Bereits im letzten Jahr wurde sie zu dem Event nach Stockholm eingeladen, als Symbol für Vernetzung, Sichtbarkeit und Gleichberechtigung in einer noch immer männerdominierten Branche. Damals waren rund 50 Frauen dabei.

Fotos: Stefanie Lofink

Ok, Prost!

Hier am Peterstor 21 zieht die Bierbar von Laura Gaul ein.

Der Austausch sei wichtig, um sich gegenseitig zu stärken und Inspiration zu sammeln. Gerade die skandinavische Bierkultur, die als experimentierfreudig und offen gilt, beeindruckt sie. In Schweden hat sie selbst gelebt und viele Erfahrungen sammeln können. Ein Hauch davon soll künftig auch in Fulda spürbar sein.

O|N-Redakteurin Emely Schrön im Interview.

"Keine klassische Bierkneipe"

Ihre neue Bar versteht Gaul bewusst nicht als klassische Kneipe. "Eigentlich ist es wie eine Kaffeebar, nur eben mit Bier", beschreibt sie ihr Konzept. Das Design soll an die Bierbars aus Skandinavien erinnern - minimalistisch, aber mit klarem Bekenntnis zum Getränk. Bestellt wird an der Theke, es wird keinen Tischservice geben. Denn: Laura Gaul arbeitet alleine, Mitarbeiter hat sie zunächst keine eingeplant.

Vier Zapfhähne soll es geben, aus denen drei Standardbiere und ein wechselndes Spezialbier fließen werden. Die Auswahl bleibt also überschaubar, aber besonders: Biere aus Stationen ihres Berufswegs, kreative Sorten - wie Bier nach Aperol-Art, aber auch alkoholfrei, und Varianten, die mit gängigen Klischees brechen. Denn mit Rollenbildern will sie aufräumen. "Ein Mann darf bei mir genauso ein Radler bestellen wie eine Frau ein Pils." Bier sei schließlich Genuss, kein Geschlechterthema, betont sie.

Eröffnung kurz vor dem Hessentag

Bis zur Eröffnung wird am Peterstor noch fleißig renoviert, erst in dieser Woche hat die junge Frau die Schlüssel zu den Räumlichkeiten am Peterstor 21 erhalten. Über soziale Medien nimmt Laura Gaul ihre Follower bereits mit hinter die Kulissen. Die Resonanz sei bisher groß, erzählt Gaul. Viele fiebern mit, auch wenn manche den mutigen Schritt zunächst kritisch beäugt hätten. Für sie steht fest: "Ich habe richtig Lust drauf, egal was andere sagen."

Öffnen wird sie zunächst von Mittwoch bis Sonntag, während des Hessentags habe sie aber vor, ihre Tür täglich zu öffnen. Mit ihrer Bierbar will sie zeigen, was Bier alles kann - und pünktlich zum Hessentag entsteht somit am Peterstor ein neuer Treffpunkt für Genuss, Austausch und vielleicht auch ein Stück gelebte Frauenpower. (ems) +++


Original auf osthessen-news.de