Schockanruf: Seniorin verliert über 30.000 Euro an perfide Betrüger

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Seniorin verliert über 30.000 Euro an perfide Betrüger. - Symbolbild: pixabay

LANGENSELBOLD Polizei sucht Abholer

03.03.26 - Trotz wiederholter Warnungen ist es Betrügern am Montagnachmittag erneut gelungen, mit der Masche "Unfall und Kaution" eine Seniorin aus Langenselbold (Main-Kinzig-Kreis) um erhebliche Summen zu bringen. Die Täter spielten gezielt mit der Angst um ein nahes Familienmitglied und inszenierten am Telefon eine dramatische Notlage. Immer wieder verschaffen sich Kriminelle mit dieser Vorgehensweise Zugang zu Bargeld, Schmuck oder Edelmetallen.

Nach bisherigen Erkenntnissen erhielt die Frau einen Anruf von einer unbekannten Nummer. Ein Mann schilderte ihr, ihr Sohn habe einen schweren Verkehrsunfall mit tödlichem Ausgang verursacht und müsse nun in Untersuchungshaft – es sei denn, eine hohe Kaution werde umgehend hinterlegt. In dem rund einstündigen Gespräch bauten die Anrufer massiven Druck auf.

Die Polizei ermittelt. Archivbild: O|N

Die Geschädigte gab an, mit einem angeblichen Polizeibeamten sowie einem vermeintlichen Staatsanwalt gesprochen zu haben. Nach derzeitigem Stand der Ermittlungen wurden beide Rollen mutmaßlich von ein und derselben Person übernommen. Zudem sei sie in dem Glauben gelassen worden, auch mit ihrem Sohn und dessen Ehefrau zu telefonieren. Mit weinerlicher Stimme hätten diese um Hilfe gebeten. Die Täter verfügten offenbar über mehrere zutreffende Details zu den familiären Verhältnissen, was der frei erfundenen Geschichte zusätzliche Glaubwürdigkeit verlieh.

Parallel erkundigten sich die Betrüger nach vorhandenen Wertgegenständen und kündigten an, eine Person zur Abholung zu schicken. Etwa anderthalb Stunden nach dem Erstkontakt kam es in der Feldstraße zu einer arrangierten Übergabe: Die Rentnerin übergab Silber und Gold im Wert von über 30.000 Euro in einem blauen Stoffbeutel an einen Unbekannten, der anschließend verschwand.

Der Abholer wird wie folgt beschrieben:

  • etwa 60 Jahre alt
  • circa 1,75 Meter groß
  • normale bis kräftige Statur
  • dunkle, kurze Haare
  • bekleidet mit blauem Pullover und blauer Jeans
  • sprach wenig, akzent- und dialektfreies Hochdeutsch
Die Kriminalpolizei in Hanau hat die Ermittlungen wegen Betrugs aufgenommen und bittet Zeuginnen und Zeugen, die im Tatzeitraum in der Feldstraße verdächtige Personen oder Fahrzeuge beobachtet haben, sich zu melden. Eine sofort eingeleitete Fahndung nach dem Abholer verlief bislang ohne Erfolg.

Die Polizei warnt erneut eindringlich vor dieser perfiden Betrugsmasche: Wer einen entsprechenden Anruf erhält, sollte das Gespräch umgehend beenden, Angehörige unter den bekannten Rufnummern kontaktieren und die Polizei über den Notruf 110 informieren. (pm/ems) +++


Original auf osthessen-news.de