Vom Zwei‑Platten‑Koch zum Championsweek‑Kandidaten: Tim Frömel rührt auf

mia.schmitt

Osthesse Tim Frömel bei der ZDF-Küchenschlacht - Kandidaten Katharina Artkamp, Thorsten Mandt, Moderator Nelson Müller, Kandidaten Tim Frömel, Marie Hellberg und Volker Ring. - Fotos (4): ZDF/Markus Hertrich

HERINGEN (W.)/HAMBURG Osthesse bei der ZDF-Küchenschlacht

05.03.26 - Alles begann in der Zeit des Studiums, es wurde auf zwei Plattenkochern gezaubert - jetzt steht er in der Championsweek der ZDF-Küchenschlacht. Für Tim Frömel ein unglaubliches Erlebnis, denn damit hat der Hobby-Koch nicht gerechnet. Am Donnerstag starten die Dreharbeiten und bereits im Voraus hat der 31-Jährige mit OSTHESSEN|NEWS gesprochen. So viel kann vorweggenommen werden: Wir können gespannt sein, wie sich seine Reise in der Koch-Welt entwickelt.

Der Kandidat Tim Frömel kommt gebürtig aus Heringen (Werra).

Bei der ZDF-Küchenschlacht treten normalerweise sechs Hobby-Köche gegeneinander an - bei Frömel waren es allerdings nur fünf. Das war den Olympischen Winterspielen geschuldet. In der Show geht es dann darum, innerhalb von 35 Minuten ein Gericht zu kochen. In jeder Folge scheidet ein Kandidat aus und es wird ein Gewinner gekürt. Im Finale treten dann die beiden verbliebenen Teilnehmer an und kochen um den Einzug in die Championsweek. In diese ziehen dann alle Gewinner der Shows ein - insgesamt 36, die dann als Sechsergruppe wieder gegeneinander antreten. In einem anschließenden großen Finale wird dann von diesen sechs Gewinnern aus jeder Gruppe der Jahressieger gekürt.

Sie, liebe Leserinnen und Leser, wurden bereits in der Einleitung gespoilert - so ist klar: Frömel hat sich gegen seine Mitstreiter durchgesetzt und ist Teil der Championsweek. Doch wer ist dieser Hesse, der nun um den Titel des Jahressiegers kocht? Genau das schauen wir uns jetzt genauer an.

Kandidaten Thorsten Mandt, Volker Ring, Katharina Artkamp, Moderator Nelson Müller, ...

Osthesse überzeugt mit seinen Gerichten

Zwar wohnt der 31-Jährige aktuell in Melsungen (Schwalm-Eder-Kreis), geboren und aufgewachsen ist er aber in Heringen (Werra) im Landkreis Hersfeld-Rotenburg. "Mein Herz schlägt für Osthessen", macht er gegenüber O|N klar. Über verschiedenste Aus- und Weiterbildungen landete er schließlich in Melsungen und arbeitet jetzt als Abteilungsleiter einer pharmazeutischen Produktion. Über seine Leidenschaft zum Kochen sagt er: "Ich habe das schon immer gerne gemacht. Vor allem über das Studium hat es sich weiterentwickelt." Zu der Zeit hat er vor allem auf zwei Plattenkochern sein Essen gezaubert. "Es hat mir Spaß gemacht, dann auch meine Gerichte zu fotografieren und zu teilen." Das teilt er auf seinem Instagram-Account "timmi.taste".

Tagesmotto: Leibgericht von Tim Frömel: Hüftsteak mit Chimichurri, Maispüree ...

Der 31-Jährige ging als Sieger hervor. Fotos (2): Max Alter

Alles begann als Student auf zwei Kochplatten.

Da macht die Anmeldung in einer Kochshow nun wirklich Sinn, oder? Das hat sich Frömel allerdings nicht selbst gedacht. "Mein Fußballkollege Robin Schneider hat mich bei der ZDF-Küchenschlacht angemeldet. Kurz darauf kam dann ein Anruf einer Hamburger Nummer, den ich erstmal ignoriert habe", erzählt er lachend. Schließlich folgten eine Mail und ein Gespräch mit der Redaktion. Schnell war er sich dann sicher: "Da möchte ich mitmachen."

Ausgestrahlt wurde die erste Folge dann am 2. Februar. Dort wurde das Leibgericht gekocht. Der Osthesse entschied sich für Hüftsteak mit Chimichurri, Maispüree mit karamellisiertem Mais, Bratpaprika und Panko-Röstzwiebelringen. In den darauffolgenden Shows mit den Mottos "Vorspeise" und "vegetarisch" konnte er mit frittiertem Wachtelei mit Erbsencreme auf Laugencrostini mit Kresse-Mayonnaise, Silberzwiebeln, Mandeln sowie Schafskäse und Trüffel-Tagliatelle mit Champignons, gerösteten Walnüssen sowie einem Rucola-Granatapfel-Salat überzeugen.

Auf Instagram präsentiert Frömel einige seiner Gerichte.

Bereit für einfache und schnelle #gyoza ? Dazu gibt es einen japanischen Gurkensalat ...Fotos: Instagram/Tim Frömel

Lachsfilet | Rote Bete | Brokkoli | Meerrettich-Schaum.

Im Finale gegen Marie Hellberg, die jede vorherige Runde gewann, konnte er sich beim Nachkochen des Rezepts "Rosa gebratene Kalbshüfte mit Kartoffelplätzchen" durchsetzen. Zu seinem - für ihn überraschenden - Sieg sagt er: "Das vorgegebene Gericht war mein Vorteil. Das lag mir glücklicherweise besser. Das war auch für mich eine überraschende Wendung." Und genau das gefällt Frömel an dieser Show. "Es ist spannend, mitzuerleben und -zuverfolgen, wer gewinnt und wer ausscheidet", fasst er seine Erfahrungen zusammen.

Moderator Nelson Müller mit Tim Frömel.

Als "Außenseiter" in der Championsweek

Nun dreht sich alles beim 31-Jährigen um die anstehende Championsweek. Die Show dazu soll laut Frömel ab Ende April ausgestrahlt werden. Dafür gibt es pro Teilnehmer verschiedene Mottos. So muss der Osthesse zu den Themen "Kräuterküche", "Suppen-Deluxe", "Teige" und "Warenkorb" (zwölf Zutaten sind vorgegeben und alle können verwendet werden) kochen. Im Finale wird dann wieder ein Gericht vorgegeben.

Voller Respekt blickt er auf die neue Challenge: "Die Messlatte liegt höher und die Juroren werden strenger." Die Bedingungen für das große Finale sind den Kandidaten noch nicht bekannt. Die Ausstrahlung vermutet er Ende des Jahres. Besonders schmackhaft ist dabei nicht nur das Essen, sondern auch der Preis, den es zu gewinnen gilt. "Der Jahressieger bekommt 25.000 Euro und Support für ein eigenes Kochbuch", schildert Frömel im Gespräch mit O|N. Für ihn - und viele andere Teilnehmer - ist aber das Kochen selbst das Ziel.

Wie fühlt sich der Hobby-Koch jetzt, kurz bevor von Donnerstag bis Samstag gedreht wird? "Theoretisch könnte ich wissen, gegen wen ich antrete, aber ich habe die anderen Shows nicht gesehen", gesteht er. Über seine Chancen kann er konkret nichts sagen: "Ich gehöre wahrscheinlich zu den wenigen, die nie einen Tagessieg geholt haben, also denke ich eher an Außenseiter-Chancen." Selbstverständlich hat aber jeder der Teilnehmer seine Daseinsberechtigung und "es kommt auch auf die Juroren an". Besonders freut er sich aber auf das Mitmachen selbst. "Es ist schön, das Team wiederzusehen. Wir hatten eine gute Betreuung und auch engen Kontakt untereinander sowie zu den Profiköchen."

Blattgoldgarnele auf Lachstatar mit Kaviar und Thymianschaum.

lambierter Burrata auf Rucola.

Vegane Auberginenpiccata.

Es sei zwar seltsam, sich selbst im Fernsehen zu sehen, aber dennoch kann sich Frömel eine Karriere als Hobby-Koch im TV vorstellen. "Ich hatte immer großes Interesse an 'Das perfekte Dinner'. Sollte das nochmal in der Nähe sein, kann ich mir eine Teilnahme gut vorstellen." Auch von "The Taste" ist er nicht abgeneigt. Doch jetzt geht es erstmal um das Kochen zum Jahressieger.

Egal, wie weit ihn die Championsweek trägt - für Tim Frömel ist schon klar, dass die Reise damit nicht endet. Denn für den Osthessen zählt vor allem die Freude am Kochen, und die hat ihn weitergebracht, als er je erwartet hätte. (Mia Schmitt) +++


Original auf osthessen-news.de