"Keine Trendwende: Der öffentliche Bau weiter deutlich im Minus"
moritz.pappert
REGION Hessische Bauindustrie zu Baukonjunktur
03.03.26 - "Von einem wirklichen Ende der Baurezession kann noch keine Rede sein", kommentiert Dr. Burkhard Siebert, Hauptgeschäftsführer des Bauindustrieverbandes Hessen-Thüringen e.V., die Konjunkturindikatoren 2025 für den Bau in Hessen.
"Im Jahr 2025 haben die Betriebe des hessischen Bauhauptgewerbes einen baugewerblichen nominalen Umsatz in Höhe von 6,2 Milliarden Euro erzielt. Das waren zwar 1,2 Prozent mehr als im Vorjahr. Um die Steigerungen der Preise und Kosten bereinigt, bedeutet das jedoch ein reales Minus." Mit einem Volumen in Höhe von 6,4 Milliarden Euro lagen die Auftragseingänge zwar 6,8 Prozent über dem Niveau des Jahres 2024. Aber das Orderplus wird allein getragen vom Wirtschaftsbau (plus 25,8 Prozent). Der öffentliche Bau insgesamt ist deutlich mit 7,3 Prozent im Minus: der Hochbau sogar minus 26,1 Prozent, der Straßenbau minus 9,2 Prozent im Vergleich mit dem Vorjahr.
"Die Stagnation im Öffentlichen Bau verdeutlicht die strukturelle Schwäche der Baukonjunktur. Die Bautätigkeit wird überwiegend von der privaten Nachfrage getragen. Das Sondervermögen Infrastruktur des Bundes kommt vor allem im Straßenbau nicht an. Konkrete Projekte müssen jetzt zügig an den Start gebracht werden", fordert Burkhard Siebert. Auch der Wohnungsbau ist klar rückläufig: minus 6,0 Prozent im Vergleich zum bereits sehr schwachen Jahr 2024. "Aber hier hat die Landesregierung die Grundlagen zur Modernisierung des Bauens in Hessen gelegt. Nach der Reform der Hessischen Bauordnung konzentriert sich ein Eckpunktepapier nun auf technische Vorschriften, die den Wohnungsbau unnötig verteuern oder verzögern."
Die Anzahl der tätigen Personen im hessischen Baugewerbe stieg im Vergleich zum Vorjahr um 0,2 Prozent auf knapp 33.000 Personen. Die geleisteten Arbeitsstunden gingen allerdings um 2,6 Prozent zurück. (mp/pm) +++
Original auf osthessen-news.de