Gründerstammtisch bei Löwenherz: Vom Gummi-Aus zur Selbstständigkeit
marvin.myketin
FULDA Infos zu Gründerpreis 2026
04.03.26 - Manchmal braucht es einfach nur einen Neuanfang und eine große Portion Mut. Nach dem Goodyear-Aus und der Schließung der Gummi-Werke haben vier junge Gründer ihren großen Kindheitstraum verwirklicht: Einen eigenen Gaming Store. Mit Löwenherz schufen Tobias Dieth, Sadi Kontosoglu, Alexander Schulz und Fabian Sembach ein wahres Paradies für jeden Fantasy-Nerd. Wie es zur Gründung kam und mit welchen Herausforderungen sie konfrontiert waren, verrieten sie am Dienstagabend im Rahmen des Gründerstammtischs. Vor Ort war außerdem das Team des Hessischen Gründerpreises, das spannende Einblicke zu Bewerbung und Teilnahme gab.
Mit Wappen verzierte Wände, auffällige Brettspiele in den Regalen und bunte Pokémon- und Yu-Gi-Oh-Karten soweit das Auge reicht: Das Löwenherz sieht nicht nur richtig gut aus, sondern kommt bei Fantasy-Fans aus ganz Hessen auch noch richtig gut an. "Mein größtes Ziel war es schon immer, irgendwas in dem Bereich Spiele beruflich zu machen", erklärte Schulz den zahlreichen jungen Gründern, die zum Gründerstammtisch ins Löwenherz gekommen waren.
"Vor acht Jahren haben wir dann ein Kleinunternehmen gegründet, was über die Jahre immer größer wurde und da stellt man sich dann schon irgendwann die Frage, wie man das hinbekommen kann, einen richtigen Laden zu öffnen, wo die Leute hinkommen und sich austauschen können." Die endgültige Entscheidung für die Selbstständigkeit sei mit dem Gummi-Aus gefallen, wie Schulz erklärte: "Tobi und ich haben beide bei der Gummi gearbeitet. Die Schließung war der Startschuss. Wenn wir es jetzt nicht machen, dann wird das nie was."
Herausforderungen wurden gemeistert
Dass man als Neugründer vor vielen Herausforderungen steht, habe man auch schnell feststellen müssen. "Die erste Herausforderung war auf jeden Fall die Renovierung. Wir sind jetzt nicht so handwerklich begabt und dann gab es auch noch die Vorgabe, dass alles in mittelalterlichen Stil sein soll", äußerte Schulz, "Auch Themen wie EC-Abrechnungen und Buchhaltung waren für uns Neuland. Wir hatten am Anfang ein völlig falsches Kassensystem." Um das alles zu bewältigen haben die vier Gründer vor allem eines gemacht: Nach Hilfe gefragt. Das legt Schulz auch neuen potenziellen Gründern ans Herz: "Fragt die Leute, die es besser können. Lasst nicht locker und bleibt dran. Fragen ist immer besser als nicht fragen."Hessischer Gründerpreis 2026
Anschließend gab Elisabeth Neumann, Projektleiterin des Gründerpreises, einen Einblick zur Bewerbung und Teilnahme für die diesjährige Verleihung. Sie erklärte: "Um sich zu bewerben, muss man verschiedene Kriterien erfüllen. Der Hauptsitz des Unternehmens muss in Hessen sein, die Selbstständigkeit wird noch nicht mehr als fünf Jahre ausgeführt und das Unternehmen lässt sich einer der vier Kategorien zuordnen: Innovative Geschäftsidee, zukunftsfähige Nachfolge, gesellschaftliche Wirkung oder Gründung aus der Hochschule."Lea Baumbach aus Lauterbach konnte 2025 in der Kategorie zukunftsfähige Nachfolge die Jury von ihrem Familienunternehmen überzeugen und berichtete von ihren Erfahrungen: "Das war eine ganz tolle Reise, nicht nur für unser Unternehmen, sondern auch für mich ganz persönlich. Wir wurden medial ganz toll unterstützt und haben dadurch natürlich auch mehr Aufmerksamkeit auf unser Unternehmen lenken können." In besonderer Erinnerung blieb ihr beispielsweise der Dreh mit einem Video-Team, die einen ganzen Tag lang alles filmisch festgehalten haben. Sie appellierte abschließend: "Man lernt so viele neue Menschen kennen. Selbst wenn man am Ende nicht gewinnt, die Teilnahme lohnt sich auf jeden Fall." (Anna Weißenberger) +++
Original auf osthessen-news.de