Grünen-Chef Banaszak warnt - Blick auf die Gründung des AfD-Jugendverbands

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Grünen-Chef Banaszak warnt, dass es bei der Kommunalwahl sehr wichtig ist für Demokratie einzustehen. - Archivfoto: O|N/ Carina Jirsch

REGION "Genau jetzt muss man in die Offensive gehen"

06.03.26 - Im Vorfeld der Kommunalwahl in Hessen, Bayern und der Landtagswahlen in Baden-Württemberg war der erste Vorsitzende der Grünen, Felix Banaszak, in Süddeutschland unterwegs, so auch in Fulda. Im exklusiven Gespräch mit OSTHESSEN|NEWS machte Banaszak deutlich, warum aus seiner Sicht gerade auf der kommunalen Ebene entschieden wird, wie widerstandsfähig die Demokratie vor Ort ist. Auch mit Blick auf die angekündigte Gründung des Landesverbands "Generation Deutschland" der Alternative für Deutschland in Fulda.

"In einer Situation, in der viele Menschen sich fragen, wie es eigentlich weitergeht mit ihrem Leben, wäre das Dümmste, was man machen könnte als eine demokratische Partei, nicht mehr in die Auseinandersetzung zu gehen", so Banaszak gegenüber O|N. "Es braucht im Umgang mit der AfD an zwei Stellen große Dringlichkeit": Zum einen müsse klar benannt werden, wofür diese Partei stehe. Zum anderen gehe es darum, die konkreten Probleme ernst zu nehmen, die Menschen empfänglich für Antidemokraten machen.

Felix Banaszak im exklusiven Gespräch mit O|N-Reporter Nicolas Kraus. Archivfotos: O|N/ Marvin Myketin (2)

Demokratie beginnt vor der Haustür

Mit Blick auf die Kommunalwahl betonte der Grünen-Chef die Bedeutung der lokalen Ebene. Hier entscheidet sich ganz konkret: "Wie entwickelt sich beispielsweise Fulda?" Es geht um Fragen wie: "Bleiben Jugend- und sozialkulturelle Zentren erhalten? Wie steht es um Schwimmbäder oder einen funktionierenden Nahverkehr?"

"Menschen erfahren den Staat vor Ort", erklärt Banaszak. Ob Bürgeramt, Polizeifrage, ob es noch eine Bank oder einen Tante-Emma-Laden gibt - all das prägt das Vertrauen in die Politik. "Wenn das Leben im eigenen Umfeld nicht mehr funktioniert und man das Gefühl hat, die Politik schafft es nicht, die kleinen Probleme zu bewältigen, dann glaubt man auch nicht daran, dass sie es schafft, die großen wirklich zu lösen."

Archivfoto: O|N/ Carina Jirsch

Archivfoto: O|N/ Marvin Myketin

Die Grünen haben deshalb in den vergangenen Jahren die kommunale Ebene parteiintern gestärkt. Oberbürgermeister, Oberbürgermeisterinnen, Bürgermeister und Bürgermeisterinnen sitzen inzwischen häufiger in Führungsgremien, um die Perspektive der Städte und Gemeinden stärker einzubringen.

Klimaschutz bleibt Kernthema

Neben kommunalpolitischen Fragen war auch der Klimaschutz Thema. Zwar werde die öffentliche Debatte derzeit stark von internationalen Krisen bestimmt, doch gerade in einer unsicheren Welt dürfe beim Klima-, Umwelt- und Naturschutz nicht nachgelassen werden. "Wir wollen unabhängiger werden", sagte Banaszak mit Blick auf internationale Energieabhängigkeiten. Eine beschleunigte Energiewende sei nicht nur Umweltpolitik, sondern Teil einer Sicherheitsstrategie.

Als Vater einer kleinen Tochter, will Banaszak die Welt nicht zerstört hinterlassen. ...Archivfoto: O|N/ Carina Jirsch

Er verwies auch auf persönliche Motive: Als Vater einer kleinen Tochter frage er sich täglich, in welcher Welt sie einmal aufwachsen werde. Er wolle ihr "weder eine zerstörte Weltordnung noch Antidemokraten an der Macht und keinen zerstörten Planeten hinterlassen". Auch wenn Klimaschutz derzeit nicht überall das dominierende Thema sei, bleibe er für viele Wählerinnen und Wähler zentral - gerade im Vorfeld der Kommunalwahl. (Nicolas Kraus)+++


Original auf osthessen-news.de