Masterplan Mobilfunk: Hessen beschleunigt den Netzausbau

philipp.gerhard

Ein neuer Masteplan hinsichtlich Digitalisierung und Netzausbau in Hessen wurde beschlossen. - Symbolfoto: Pixabay

REGION 99,5 Prozent Netzabdeckung

05.03.26 - Hessens Digitalministerin Prof. Dr. Kristina Sinemus hat gemeinsam mit den Mobilfunkanbietern Deutsche Telekom, o2 Telefónica, Vodafone und 1&1 in Wiesbaden den neuen "Masterplan Mobilfunk 2030" vorgestellt. Ziel ist eine nahezu flächendeckende Mobilfunkversorgung in Hessen: Bis 2030 sollen 99,5 Prozent der Landesfläche über alle Netze hinweg versorgt sein.

"Unsere Digitalstrategie von 2021 hat flächendeckende Netze als Grundlage für Innovation, Wettbewerbsfähigkeit und gleichwertige Lebensverhältnisse definiert. Mit dem Masterplan Mobilfunk 2030 setzen wir diese Vision konsequent um", erklärte Sinemus. Der Plan sei weit mehr als ein reines Ausbauprogramm – er bündele rechtliche, wirtschaftliche und technologische Maßnahmen zu einer umfassenden Ausbauoffensive.

4.000 zusätzliche Standorte geplant

Kern des Masterplans ist eine dritte Mobilfunkvereinbarung zwischen Land und Netzbetreibern. Bis Ende 2029 sollen rund 4.000 neue Standorte entstehen oder bestehende modernisiert werden. Bereits in den vergangenen Vereinbarungen wurden knapp 11.000 Standortmaßnahmen umgesetzt. Neu ist unter anderem ein abgestimmtes Vorgehen zwischen Mobilfunk- und Stromnetzbetreibern, um neue Funkmasten schneller ans Stromnetz anzuschließen.

Besonders für den ländlichen Raum relevant: Der Mobilfunkausbau wurde als "überragendes öffentliches Interesse" eingestuft. Dies geht maßgeblich auf eine Bundesratsinitiative des hessischen Digitalministeriums zurück. Zudem wurde die Hessische Bauordnung mehrfach angepasst. Herzstück der jüngsten Reform ist eine sogenannte Genehmigungsfiktion – Funkmasten können nach drei Monaten automatisch als genehmigt gelten.

Grafik: Hessisches Ministerium für Digitalisierung und Innovation

Satelliten und 6G als Zukunftsperspektive

Schwer erreichbare Restgebiete sollen künftig über Satellitentechnologie versorgt werden. Moderne Smartphones ermöglichen bereits Notfallkommunikation via Satellit. Perspektivisch sollen auch Telefonie und weitere Anwendungen folgen.Mit dem 6G-Testfeld am Bertramshof in Frankfurt am Main will Hessen zudem Vorreiter bei der nächsten Mobilfunkgeneration werden. Das Testfeld basiert auf offener Software, ist technologisch auf 6G vorbereitet und setzt auf europäische Hardwarekomponenten.

Prof. Dr. Martin Kumm von der Hochschule Fulda betonte die Bedeutung des Projekts für die digitale Souveränität und technologische Unabhängigkeit Europas. Die leistungsfähige Architektur ermögliche zudem den Einsatz moderner KI-Methoden, etwa zur Automatisierung oder Angriffserkennung. Sinemus erklärte abschließend: "Mit dem Masterplan Mobilfunk 2030 sorgen wir dafür, dass ganz Hessen vernetzt ist – heute, morgen und in der nächsten Technologiegeneration."Auch die Netzbetreiber begrüßten den neuen Mobilfunkpakt. Vertreter von Telekom, o2 Telefónica, Vodafone und 1&1 hoben die enge Zusammenarbeit mit dem Land hervor und kündigten weitere Investitionen in den Netzausbau an. Ziel sei es, Funklöcher weiter zu schließen und die digitale Infrastruktur Hessens nachhaltig zu stärken. (pg/pm)+++


Original auf osthessen-news.de