Ein echter Haunetaler Junge: Timo Lübeck (CDU) strebt zweite Amtszeit an
hans.braune
Bürgermeister Timo LÜbeck (CDU) ist einziger Kandidat bei der Bürgermeisterwahl am 15. März 2026 - Archivbilder: privat
HAUNETAL Kandidaten im Check
06.03.26 - Am Super-Wahlsonntag dürfen die Wähler in einigen Gemeinden ein zusätzliches Kreuzchen machen: Neben den kommunalen Parlamenten wird beispielsweise in der Marktgemeinde Haunetal (Landkreis Hersfeld-Rotenburg) der Bürgermeister gewählt. Einziger Kandidat ist Amtsinhaber Timo Lübeck (CDU).
Seine Wiederwahl gilt entsprechend als sicher. Trotzdem nimmt er den Wahlkampf ernst und möchte seine Kommune weiterhin auf Kurs halten und vor allem weiterentwickeln.
In unserem Interview nimmt der waschechte Haunetaler Junge Stellung zu aktuellen Themen und seiner Vision, die Dörfer im Haunetal in eine gute Zukunft zu führen.
O|N: Warum haben Sie sich entschieden, für das Bürgermeisteramt in einer weiteren Amtszeit zu kandidieren?
Timo Lübeck: "Es ist für mich eine große Ehre und Freude, diese verantwortungsvolle Aufgabe ausführen zu dürfen. Gemeinsam haben wir in den vergangenen Jahren unter herausfordernden Rahmenbedingungen wichtige Zukunftsthemen angeschoben, Projekte realisiert und auch schwierige Entscheidungen getroffen. Aber es bleibt viel zu tun. Gerne möchte ich deshalb weiterhin mit ganzem Einsatz für unsere Heimat arbeiten.
O|N: Rückblickend: Was war das eindrucksvollste Erlebnis ihrer bisherigen Amtszeit?
Timo Lübeck: "Da gab es tatsächlich einige. Es ist immer schön, etwas neu Geschaffenes einzuweihen, wie den Kindergartenanbau, den Haunetal-Radweg oder unseren Haune-Park. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir aber wie toll sich unsere 15 Dörfer beim Gemeindefest "50 Jahre Haunetal" präsentiert haben, oder unser Ehrenamtsfest mit Volker Bouffier, bei dem wir das vielfältige Engagement in unserer Gemeinde sichtbar gemacht haben."
O|N: Sie haben drei Wünsche frei: Was würden Sie sich für Ihre Kommune wünschen?
Timo Lübeck: "Das ist wenig überraschend: Erstens eine bessere Finanzausstattung. Wir haben dabei in Haunetal zuletzt Fortschritte gemacht, aber insgesamt gibt es eine dauerhafte und massive Unterfinanzierung der Gemeinden, die mit viel zu hohen Abgaben, etwa der Kreis- und Schulumlage, einhergeht. Zweitens weniger Standards und Bürokratie in fast allen Bereichen. Das ist in Zukunft weder zu bezahlen noch personell abzuarbeiten. Und deshalb bräuchte es drittens: Mehr Vertrauen in die handelnden Personen und Gremien vor Ort. Wenn es nicht in allen drei Punkten schnell zu spürbaren Veränderungen kommt, werden manche Dinge, die heute noch selbstverständlich sind, in Zukunft nicht mehr zu bezahlen sein."
O|N: Was sind Ihre drei Top-Themen auf der Agenda, die Sie angehen würden?
Timo Lübeck: "Wir müssen weiter kontinuierlich in unsere teilweise recht alte Infrastruktur investieren – ein Schwerpunkt wird dabei die Trinkwasserversorgung sein. Eine andere wichtige Frage, die viele Menschen umtreibt, ist, ob es in den nächsten Jahren noch eine Hausarztpraxis vor Ort gibt. Da müssen wir uns drum kümmern, auch wenn originär eigentlich andere zuständig sind. Und beim Thema Glasfaser sind wir trotz öffentlicher Ausbauzusagen noch nicht vorangekommen. Das ärgert mich und muss sich ändern."
O|N: Mit welchem Slogan werben Sie um die Wähler?
Timo Lübeck: ""Viel getan. Viel zu tun." trifft es, glaube ich, ganz gut. Bei der vergangenen Wahl war es "Haunetal kann mehr." Gemeinsam haben wir bewiesen, dass das auch so ist. Wir haben immer noch viele Herausforderungen und auch Dinge, die man besser machen kann. Insgesamt ist das heute aber doch eine ganz andere Situation als in den zehn Jahren vor meiner Amtszeit."
O|N: Wo liegen Ihre Stärken?
Timo Lübeck: "Das sollen andere beurteilen. Aber vielleicht darf ich eine Sache nennen, auf die ich besonders stolz bin: In den gemeindlichen Gremien pflegen wir mittlerweile einen konstruktiven und sachbezogenen Stil. Pressewirksame Streitigkeiten, die nichts voranbringen, gehören der Vergangenheit an. Parteiübergreifend möchte ich auch weiterhin mit allen Fraktionen erfolgreich für Haunetal zusammenarbeiten."
O|N: Was macht Haunetal aus Ihrer Sicht so besonders?
Timo Lübeck: "Egal ob in den Ortsbeiräten, bei der Feuerwehr, der Kirchengemeinde, dem Mehrgenerationenhaus oder in unseren zahlreichen Vereinen - die Politik kann viel beschließen, wenn am Ende die Bürger nicht mitmachen, wird es nichts. Bei uns machen viele mit und darauf können wir stolz sein. Und wenn viele mit anpacken, kommen auch so besondere Dinge wie das Haune-Rock-Festival, das Theater auf der Burgruine, der Bauernmarkt oder unser Karneval zustande, um nur ein paar wenige zu nennen."
O|N: Was haben wir Sie nicht gefragt, worauf Sie aber gerne eine Antwort geben möchten?
Timo Lübeck: "Die Fußballer der SG Haunetal schaffen den Klassenerhalt in der Kreisoberliga und die Handballer des TV Hersfeld steigen in die Regionalliga auf!"
Zur Person: Vor 42 Jahren wurde Timo Lübeck in Bad Hersfeld geboren. Aufgewachsen ist er in Haunetal-Rhina, wo Lübeck auch heute wieder lebt. "Bei der Marktgemeinde Haunetal absolvierte ich eine Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten. Später bildete ich mich im Rahmen eines berufsbegleitenden Kompaktstudiums an der Quadriga Hochschule Berlin zum Public-Affairs-Manager weiter. Berufliche Erfahrungen sammelte ich in Politik, Verbänden und Wirtschaft – u. a. als Referent und Büroleiter im Deutschen Bundestag, im Bundesministerium der Verteidigung, bei der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU) und der K+S Aktiengesellschaft. Seit 1. Dezember 2020 bin ich hauptamtlicher Bürgermeister der Marktgemeinde Haunetal. Mehr als 15 Jahre engagiere ich mich bereits in der Kommunalpolitik. So gehöre ich dem Kreistag des Landkreises Hersfeld-Rotenburg an. Dort bin ich Vorsitzender des Ausschusses für Wirtschaft, Verkehr, Tourismus und Gesundheit. Zudem bin ich Mitglied des Verwaltungsrates der Sparkasse Bad Hersfeld-Rotenburg", beschreibt sich Lübeck. (hhb) +++
Original auf osthessen-news.de