MK Versuchsanlagen baut Speziallabor für Forschung an NASA‑Proben

nina.seikel

Ein Speziallabor für Forschung an NASA‑Proben wurde aus dem Vogelsbergkreis nach Berlin transportiert. - Fotos: MK Versuchsanlagen

MÜCKE Hightech aus dem Vogelsberg

05.03.26 - Das Unternehmen MK Versuchsanlagen aus Mücke hat für die Freie Universität Berlin ein deutschlandweit einzigartiges mobiles Hochtechnologie‑Labor entwickelt. Die Anlage, bestehend aus 16 spezialisierten Laborcontainern, ist das einzige Labor dieser Größe und Art in Ostdeutschland – und ein eindrucksvolles Beispiel dafür, welche Innovationskraft im ländlichen Raum Mittelhessens steckt.

Ursprünglich plante die Universität ein stationäres Laborgebäude. Aufgrund der komplexen Anforderungen und des engen Zeitplans entschied man sich jedoch für eine mobile Lösung. "Die Freie Universität Berlin kam auf uns zu, weil sie ein Labor benötigte, das schnell installiert werden kann und höchste Reinheitsstandards erfüllt", erklärt Heiko Schmidt, Projektleiter bei MK Versuchsanlagen. "Was mich an diesem Projekt fasziniert, ist, es von der ersten Idee bis zur finalen Inbetriebnahme zu begleiten. Wenn das Labor läuft und der Kunde zufrieden ist, ist das unglaublich erfüllend."

Das mobile Labor in Berlin

Speziallabor aus Mücke für Forschung an Meteoriten und NASA‑Proben

Das neue Labor wird für geochemische und planetologische Forschung genutzt. Die Arbeitsgruppe der Freien Universität untersucht darin Gesteine aus dem Erdinneren, Oberflächenmaterial der Erde sowie extraterrestrische Proben – darunter Meteorite und Originalmaterial aus NASA‑Missionen wie Apollo.

Der verantwortliche Professor der Freien Universität Berlin betont die wissenschaftliche Bedeutung: "Unsere Arbeitsgruppe untersucht, welche Rolle chemische Prozesse in der Geologie spielen – vom Erdinneren bis hin zu Gesteinen der Erdoberfläche. Ein Schwerpunkt liegt auf planetaren Materialien wie Meteoriten oder Proben aus NASA‑Missionen. Sie helfen uns zu verstehen, wie die frühe Entwicklung des Sonnensystems ablief."

Vollständig metallfrei konstruiert

Um Verunreinigungen auszuschließen, wurden alle Systeme vollständig metallfrei konstruiert. MK Versuchsanlagen setzt dafür auf PP‑Kunststoff, verschweißte Verbindungen und Kunststoffverschraubungen – ein Know-how, das im Vogelsbergkreis über Jahre aufgebaut wurde.

Regionale Wertschöpfung: 95 Prozent Fertigungstiefe in Mittelhessen

Mit einer Fertigungstiefe von rund 95 Prozent entstand nahezu das gesamte Labor direkt in Mücke: von der Planung über die Konstruktion und Fertigung bis hin zur Softwareentwicklung und finalen Montage. Die 16 Container wurden vollständig ausgebaut und getestet, bevor sie einzeln nach Berlin transportiert wurden. Insgesamt waren acht Lkw-Fahrten notwendig, um die gesamte Anlage an ihren Einsatzort zu bringen.

"Bei MK wird erwartet, dass jeder seine Talente einbringt – elektrisch, mechanisch und organisatorisch", sagt Schmidt. "Nur so können wir Projekte dieser Größenordnung stemmen." (nia/pm) +++


Original auf osthessen-news.de