Zoll geht gegen Schwarzarbeit vor - Millionen-Schaden aufgedeckt
emely.schroen
GIEßEN Große Jahresbilanz
05.03.26 - Der Zoll hat im vergangenen Jahr massiv gegen Schwarzarbeit, illegale Beschäftigung und Sozialleistungsbetrug vorgegangen – mit deutlichen Ergebnissen. Die Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) zog nun Bilanz für das Jahr 2025. Allein in Nord-, Ost- und Mittelhessen deckten Ermittler Schäden in Höhe von rund 13 Millionen Euro auf.
Die Zöllnerinnen und Zöllner der FKS beim Hauptzollamt Gießen überprüften insgesamt 858 Arbeitgeber sowie 11.670 Personen. Besonders im Fokus standen dabei Branchen, die erfahrungsgemäß anfällig für Schwarzarbeit sind. Dazu zählen vor allem das Baugewerbe, das Hotel- und Gaststättengewerbe, das Speditions-, Transport- und Logistikgewerbe sowie die Gebäudereinigung. Auch Nagelstudios und weitere betroffene Bereiche wurden verstärkt kontrolliert.
Über 3.500 Strafverfahren
Die Ergebnisse der Kontrollen sind umfangreich: Insgesamt leiteten die Ermittler 3.543 Strafverfahren und 2.094 Ordnungswidrigkeitenverfahren ein. In 104 Fällen ging es dabei um Verstöße gegen das Mindestlohngesetz. Die Kontrollen erfolgten sowohl verdachtsunabhängig als auch aufgrund konkreter Hinweise oder risikoorientierter Analysen – stets nach dem Grundsatz "Qualität vor Quantität".Häufig blieben die Prüfungen nicht bei den Kontrollen vor Ort. In vielen Fällen folgten umfangreiche Geschäftsunterlagenprüfungen sowie langwierige und komplexe Ermittlungen.
Auch die Gerichte verhängten deutliche Strafen: Aufgrund der Ermittlungserfolge des Hauptzollamtes Gießen wurden im Jahr 2025 Geldstrafen in Höhe von rund 830.000 Euro sowie Freiheitsstrafen von insgesamt 260 Monaten ausgesprochen. Zusätzlich verhängten Behörden Geldbußen und Verwarnungsgelder in Höhe von etwa 1,7 Millionen Euro.
Ein besonderer Fokus lag im vergangenen Jahr auf der Bekämpfung organisierter Formen der Schwarzarbeit. "Ziel ist es, die oftmals komplexen Begehungsweisen und Täterstrukturen zu erkennen und zu zerschlagen, da diese regelmäßig hohe Sozialversicherungs- und Steuerschäden verursachen und gesetzestreue Mitbewerber durch unlautere Wettbewerbsvorteile verdrängen", erklärt die Leiterin des Hauptzollamtes, Uta Ruge.
Dabei arbeite der Zoll eng mit Polizei, Steuerfahndung und weiteren Behörden zusammen, um konsequent gegen die Drahtzieher vorzugehen. "Schwarzarbeit und illegale Beschäftigung haben viele Facetten", betont Ruge. "Mit unseren Kontrollen und intensiver Ermittlungsarbeit leisten wir einen wesentlichen Beitrag zur Fairness in der heimischen Wirtschaft und erhöhen den Verfolgungsdruck." (ems/pm) +++
Original auf osthessen-news.de