Vom Garten zu Oase - Artenvielfalt gestalten und miterleben

philipp.gerhard

Die Gewinnerin Beate Burde (Mitte) mit den Jury-Mitgliedern Frank Kunick (Links) und Julia Vogt (Rechts) - Foto: Gemeinde Künzell

KÜNZELL Gelebter Naturschutz

06.03.26 - Ein vorbildliches Projekt in der Gemeinde Künzell zeigt, wie wirkungsvoll lokales Engagement für Umwelt- und Naturschutz sein kann. Mit der Aktion "Lebendige Gärten" setzt die Kommune seit vielen Jahren ein starkes Zeichen: Bürgerinnen und Bürger gestalten ihre Gärten naturnah, schaffen Lebensräume für bedrohte Tier- und Pflanzenarten und beweisen eindrucksvoll, dass jeder Mensch vor Ort etwas für die Artenvielfalt bewegen kann.

Foto: Frank Kunick

Kernstück ist der Wettbewerb "Lebendige Gärten", der inzwischen zum sechsten Mal stattfindet. Nach einem Punktesystem werden private Gärten ausgezeichnet, die durch heimische Pflanzen, naturnahe Strukturen und Nisthilfen für Insekten überzeugen. Entwickelt wurde das Bewertungsinstrument von Gartengestalter Frank Kunick, selbst mehrfacher Preisträger. "Ein naturnaher Garten ist nicht nur schön – er ist Lebensraum und Teil einer größeren Bewegung, die Artenvielfalt bewahrt", betont Kunick. Eine Jury aus Fachleuten und Kommunalvertretern prämiert jährlich mehrere Gärten. Viele Gewinner öffnen zudem ihre Gärten für Führungen und geben ihre Erfahrungen weiter.

Breiter Rückhalt in der Gemeinde

Bei einer Führung konnten die Gäste verschiedne Schaugärten bestaunen ...Foto: Frank Kunick

Udo und Margarete Wehner Foto: Gemeinde Künzell

Sabine Räth von der Gemeinde Künzell hebt hervor, dass "lebendige Gärten" Ausdruck ökologischer Verantwortung sind und möglichst viele Menschen zum Mitmachen motivieren sollen. Auch Bürgermeister Timo Zentgraf unterstützt die Initiative: "Naturnahe Gärten sind ein wichtiger Baustein für eine lebenswerte Gemeinde. Wir setzen hiermit ein starkes Zeichen für Nachhaltigkeit und Lebensqualität." Zum Konzept gehören neben dem Wettbewerb auch Pflanzentauschbörsen, Vorträge und Informationsmaterial – alles mit dem Ziel, möglichst viele Bürgerinnen und Bürger
einzubinden.

"Lebendige Gärten" ist zudem längst mehr als nur ein Wettbewerb. Es ist eine Bewegung, die zeigt, dass auch eine einzelne Gemeinde mit Tatkraft, Wissen und Bürgerengagement dem Verlust der Artenvielfalt sichtbar etwas entgegensetzen kann. Ein besonders schönes Beispiel dafür war die Aktion im Jahr 2026, bei der für jedes Kindergartenkind in den Einrichtungen der Gemeinde ein Samentütchen mit einem Begleitschreiben für die Eltern verteilt wurde – eine einfache, aber wirkungsvolle Idee, um schon die Jüngsten für die Natur zu begeistern.

So wird aus vielen kleinen Gärten gemeinsam ein großes Stück gelebter Naturschutz mitten in der Gemeinde. Gleichzeitig zeigt das Projekt eindrucksvoll, dass jeder Beitrag – so klein er auch scheint – einen wichtigen Unterschied für die Artenvielfalt machen kann. (pg/pm)+++


Original auf osthessen-news.de