Höckersdorf als "Dolles Dorf" gezogen – Sonniges Drehwetter

moritz.pappert

Höckersdorf wurde als "Dolles Dorf" gezogen - Fotos: privat

MÜCKE 250 Seelen-Dorf

06.03.26 - Man war sich in Höckersdorf einig: "Hoffentlich werden wir nicht gezogen. Doch am Donnerstag, dem 5. März 2026 passierte es dann und viele Menschen aus dem Ort sammelten sich im DGH und sie sammelten Ideen von ihrem Dorf. Man wetteiferte, unterhielt sich und war ganz schön aufgeregt, und dann kam das HR-Team mit Jens Kölker als Moderator, dem Beleuchter Jens Lupek, dem Mann für Ton und Technik Erik Tauber und dem Mann an der Kamera Oliver Klös.

Nach einer Vorstellungsrunde fand die Sammlung der Besonderheiten aus Höckersdorf statt und schon knapp 2 Stunden stand das Tagesprogramm für den Freitag. Die Ortsbürger brachten sich ein und es war ein tolles Miteinander. Bei herrlichem Wetter und toller Dorfatmosphäre startete der Tag mit dem HR. Dem Team und auch den Dorfbewohnern hat der Tag viel Spaß gemacht. Zuerst wurde das herrliche Neubaugebiet unter die Lupe genommen. Das Fernsehteam wurde immer von einigen Dorfbewohnern begleitet.

Wie ein Geschenk aus heiterem Himmel, kam der Drehtag des HR für den scheidenden Ortsvorsteher Gerhard Horst und sein altes Ortsbeiratsteam. Es ist schon eine Besonderheit in der heutigen Zeit, wenn die Region auf einen Händler und Handwerker zugreifen kann. Björn Schmidt (HGS Lein und Schmidt) mit seinen Hausgeräten und seinem tollen Service wurde sehr gerne ins Tagesprogramm aufgenommen. Ein Highlight war die Oldtimer-Ausstellung von Mario Krohne. Wunderschöne Schätze wurden ausgepackt und man konnte auch unter die Haube schauen. Über 10 echte Oldtimer ganz unterschiedlicher Art konnten bestaunt werden.

Jedes Dorf hat von früher einen eigenen Dorf-Beinamen. Die Höckersdorfer sind die Fettstiwwel. Der Name stammt aus der Zeit, als in und um Höckersdorf noch einige Ölmühlen standen und betrieben wurden. Horst Neumann hatte zur 650 Jahr-Feier im Jahre 2003 ein Gedicht über die Herkunft der Fettstiwwel geschrieben. Die Höckersdorfer verkauften ihr Öl in der Umgebung und beim Abfüllen in die bereitgestellten Gefäße fielen mal immer wieder Tropfen auf den Boden. Sie fielen auf die Stiefel und Schuhe und hinterließen entsprechend die Spuren – man trug seine Fettstiwwel mit Stolz. Ursula Neumann stellte die Geschichte vor, die ihr Mann damals ausgegraben hatte.

Eine weitere Besonderheit hat die Kirche. Brigitte Schmidt, die fast 20 Jahre lang das Amt der Kirchenvorsteherin innehatte. Die kleine Fachwerkkirche wurde in 1737 erbaut. Jahrelang hatte sie nur eine aufgemalte Uhr, wo die Zeit zweimal am Tag stimmte. Es war Brigitte Schmidt ein Anliegen, dass ihre Dorfkirche wieder eine richtige Uhr bekommt. So ging sie von Haus zu Haus sammeln und endlich hatte sie das Geld beisammen und es konnte in 2012 eine neue Uhr installiert werden. Seit dieser Zeit steht die Zeit auch in Höckersdorf nicht mehr still. Die Feuerwehr und das Ehrenamt lagen dem HR auch sehr am Herzen. So wurde bei einem Hydranten ein Standrohr gesetzt und symbolisch ein Sinkkasten gereinigt.

Haxenfest im März

Höckersdorf ist seit 52 Jahren bekannt als das Dorf mit den dicksten und leckersten Haxen. So mussten nun spontan Haxen beschafft werden sie wurden gekocht und gewürzt und kamen ins Backhaus. Das Backhaus wurde dafür in der Frühe bereits um 5.30 Uhr erstmals angeheizt. Schon sammelten sich die Menschen aus dem Dorf am Backhaus, fast so wie beim richtigen Haxenfest im September.

Das alles war nur möglich, weil sich einige auch spontan Urlaub genommen haben, um bei dem Event "Dolles Dorf" anwesend zu sein. Ein Dankeschön ging an die Helfer und für die Versorgung der Gäste und des Fernsehteams.
Eine tolle Aktion war auch das, dass ganz viele T-Shirts mit "Dolles Dorf Höckersdorf" von Heiko Zeitz aus Sellnrod schnell und unkompliziert bedruckt wurden. So haben viele Höckersdorfer eine bleibende Erinnerung an den schönen Tag mit dem HR.

Nach so einem gelungenen Tag freuen sich nun die Bewohner aus Höckersdorf auf die Ausstrahlung in der Hessenschau am Samstag. (mp/pm) +++


Original auf osthessen-news.de