Rauchwolken und Warnmeldungen: So erlebt Danny Enwerem den Irankrieg
mia.schmitt
Auch Dubai bleibt nicht vom Irankrieg verschont. Auswanderer Danny Enwerem spricht mit OSTHESSEN|NEWS über seine Erlebnisse. - Foto: picture alliance / REUTERS | Amr Alfiky
DUBAI/HÜNFELD Auswanderer beschreibt Situation in Dubai
09.03.26 - Eben noch genießt man den Samstagabend auf einem Partyboot in Dubai – doch plötzlich hört man entfernte Explosionen. Am Himmel ist eine kleine Rauchspur zu sehen, die fast wie eine Wolke wirkt, tatsächlich aber vom Abwehrsystem stammt. Für einen Moment wirkt alles unwirklich. Wie automatisch greift man nach dem Handy und erfährt: "Die USA und Israel greifen den Iran an." Genau diese unbegreifbare Situation erlebte Danny Enwerem am 28. Februar, als der Krieg begann.
Mehr als kleine Rauchwolken sind am Samstagnachmittag - eine Woche nach Kriegsbeginn ...Foto: Danny Enwerem
Danny Enwerem kommt gebürtig aus Hünfeld-Mackenzell (Landkreis Fulda) und ist vor einem halben Jahr beruflich ausgewandert. Jetzt lebt der 32-Jährige in Dubai und organisiert verschiedenste Messen. Den Beginn des seit über einer Woche laufenden Irankriegs hat er live miterlebt - auf einem Partyboot. "In dem Moment, als es losging, habe ich das gar nicht realisiert. Wir haben nur unsere Handys gezückt und darüber dann erfahren, dass jetzt gerade ein Krieg begonnen hat", schilderte er im Gespräch mit OSTHESSEN|NEWS. Doch wie ist die aktuelle Situation in Dubai? Und wie geht es für ihn weiter? Genau darüber hat er mit unserer Redaktion gesprochen.
Explosionen zum Kriegsbeginn - jetzt: "Ich fühle mich sicher"
Am Sonntag, den 1. März, begann eine Situation, die viele sonst nur aus den Nachrichten kennen. "Ich bin voneinem Knall geweckt worden", sagte der gebürtige Osthesse. Dabei handelt es sich jedoch um Explosionen der Flugabwehrsysteme, die Raketen am Himmel abfangen - nicht um Explosionen in unmittelbarer Nähe. Zudem erhalten alle Menschen häufig Warnmeldungen auf ihren Handys. Darin wird vorsorglich empfohlen, sich in diesen Momenten von Fenstern fernzuhalten und sich möglichst in innenliegenden Räumen aufzuhalten. Nach einer kurzen Zeit folgt eine Entwarnung und der Alltag kann wieder normal fortgesetzt werden. "Das sind reine Vorsichtsmaßnahmen. Zum Glück ist hier tatsächlich nichts passiert", sagt der 32-Jährige. Der Alltag war allerdings zunächst etwas ungewohnt. "Supermärkte und andere Läden waren vereinzelt geschlossen. Uber sind auch nicht gefahren", erklärte der 32-Jährige. In anderen Teilen der Region wurden vereinzelt Trümmerteile gemeldet, wobei die Situation beispielsweise in Abu Dhabi zeitweise angespannter war.
Doch wie sieht es aktuell in Dubai aus? "Inzwischen läuft hier wieder alles normal", sagt Enwerem eine Woche später. Zwar gebe es gelegentlich weiterhin Warnmeldungen, doch Explosionsgeräusche seien ausgeblieben. Und so zieht auch wieder die Normalität ein. "Ich gehe morgens zur Arbeit und abends wieder heim." Für ihn steht derzeit vor allem die Arbeit im Mittelpunkt: "In vier Wochen findet eine große Veranstaltung statt, auf die wir lange hingearbeitet haben. Ich hoffe, dass alles gut verläuft und wir bald wieder wie gewohnt internationale Kunden begrüßen dürfen."
Trotz besorgter Nachrichten seiner Freundin, seiner Familie und Freunde bleibt er in Dubai. "Abgesehen von den Warnmeldungen des Handys passiert zum Glück nicht viel. Ich fühle mich ganz sicher. Hier ist die Situation also nicht so schlimm, wie einige Medien es darstellen." Das kann er aktuell aber nur für Dubai sagen. Es ist zwar unklar, wie sich der Krieg entwickelt, aber Panikmache ist für ihn der falsche Weg. So nannte er gegenüber O|N sein aktuelles Motto: "Keep calm and keep going." (Mia Schmitt) +++
Original auf osthessen-news.de