"Was wäre, wenn...?" - Jugendgottesdienst regt zum Nachdenken an
mia.schmitt
Rund 100 Gottesdienstbesucher machten sich am Samstagabend auf den Weg in die Schulstraße in Kalbach-Uttrichshausen, um im Christustreff Rhön einen Jugendgottesdienst zu feiern. - Fotos: David Weiß
KALBACH Im Christustreff Rhön in Uttrichshausen
09.03.26 - Rund 100 Gottesdienstbesucher machten sich am Samstagabend auf den Weg in die Schulstraße in Kalbach-Uttrichshausen, um im Christustreff Rhön einen Jugendgottesdienst zu feiern. Thema des Abends war "Was wäre wenn?". Der Prediger des Abends war Jonathan Kasten. In seiner Predigt regte er die Besucher dazu an, sich bewusst Zeit zu nehmen, über Jesus und den christlichen Glauben nachzudenken. Zweifel seien dabei nichts Schlechtes. "Zweifeln ist gesund", erklärte Kasten. "Es geht darum, Dinge zu hinterfragen und zu verstehen."
Er stellte den Zuhörern grundlegende Lebensfragen: "Was ist der Sinn des Lebens? Woher kommen wir und wohin gehen wir?" Biologisch wisse man, dass jeder Mensch aus dem Bauch seiner Mutter komme. Doch woher Seele und Geist stammen, könne auch die Wissenschaft nicht eindeutig erklären. Im christlichen Glauben heißt es, dass Gott dem Menschen den Atem des Lebens eingehaucht habe – so wie es in der Schöpfungsgeschichte bei Adam beschrieben wird.
"Was wäre, wenn das gesamte Christentum wahr wäre?"
Kasten griff auch häufige Zweifel am christlichen Glauben auf. Manche Menschen behaupteten etwa, die Bibel sei falsch oder Jesus habe nie wirklich gelebt. "Keiner von uns hat zu dieser Zeit gelebt", sagte er. "Doch schon damals haben Menschen wichtige Ereignisse aufgeschrieben." Auch außerhalb der Bibel wird Jesus erwähnt, unter anderem von römischen Historikern. Laut Kasten gebe es sogar mehr historische Hinweise auf Jesus als auf Julius Cäsar.Ein Beispiel für alte biblische Überlieferungen seien die Qumranrollen, die 1947 entdeckt wurden. Der Fund geht auf einen Hirtenjungen zurück, der beim Werfen eines Steins auf Tonkrüge in einer Höhle stieß. In den dort entdeckten Schriftrollen befanden sich Texte aus der Zeit zwischen etwa 200 v. Chr. und 68 n. Chr., darunter auch eine vollständige Rolle des Propheten Jesaja. Besonders verwies Kasten auf Jesaja Kapitel 53, in dem ein leidender Knecht beschrieben wird, der die Schuld vieler trägt. Diese Texte seien rund 200 Jahre vor Jesus entstanden. Für Christen sei dies ein Hinweis darauf, dass Gott sich bereits im Alten Testament ankündigt.
Immer wieder führte Kasten die Predigt zurück zur zentralen Frage des Abends: "Was wäre, wenn das gesamte Christentum wahr wäre?" Dann, so sagte er, würde es sich lohnen, Jesus nachzufolgen. Der christliche Glaube sehe den Sinn des Lebens nicht in Technik oder Besitz, sondern in einer lebendigen Beziehung zu Gott. "Dinge machen erst in einer Beziehung richtig Sinn und Freude", erklärte er. Gott wünsche sich eine Beziehung zu den Menschen und habe ihnen Gebote gegeben, damit ihr Leben gelingen kann.
Besucher kommen ins Gespräch
Auch die Frage nach dem Leben nach dem Tod griff der Prediger auf. Der christliche Glaube verspreche kein "schwarzes Loch" und keine Wiedergeburt, sondern das Reich Gottes. Gleichzeitig erinnerte Kasten daran, dass jeder Mensch Fehler mache und schuldig werde. "Wir lügen, wir sündigen", sagte er. Doch Jesus habe diese Schuld auf sich genommen – als ein Geschenk Gottes an die Menschen.Dieses Geschenk müsse jedoch jeder selbst annehmen. "Willst du dieses Geschenk auspacken?", fragte Kasten die Zuhörer. Die Entscheidung dafür oder dagegen müsse jeder Mensch selbst treffen. Zum Abschluss ermutigte der Prediger die Besucher, über diese Fragen weiter nachzudenken und mit anderen darüber zu sprechen. "Glaube ist Teamsport", sagte er. "Wir sollen gemeinsam glauben und miteinander darüber reden."
Im Anschluss an den Gottesdienst ließen die Besucher den Abend in lockerer Atmosphäre ausklingen. Bei selbstgemachten Burgern kamen viele noch miteinander ins Gespräch. Zudem sorgten eine Fotobox, Tischtennis und eine Wii-Konsole für Unterhaltung und Gemeinschaft. (David Weiß) +++
Original auf osthessen-news.de