25 Jahre nach der Tat: "Kannibale von Rotenburg" kämpft um seine Freiheit

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Der als "Kannibale von Rotenburg" bekannt gewordene Armin Meiwes (rechts) mit seinem Anwalt Harald Ermel im Landgericht in Frankfurt am Main - Archivfotos: O|N / Hans-Hubertus Braune

ROTENBURG/F. Mordfall schockiert bis heute

09.03.26 - Der Fall des sogenannten "Kannibalen von Rotenburg" zählt zu den schockierendsten Verbrechen der deutschen Kriminalgeschichte. Auch 25 Jahre nach der Tat sorgt er noch für Schlagzeilen. Der Täter, der Computertechniker Armin Meiwes, sitzt weiterhin in Haft - kämpft aber mit juristischen Mitteln um eine vorzeitige Entlassung aus dem Gefängnis.

Die grausame Tat nahm Anfang der 2000er-Jahre ihren Lauf. Meiwes lernte sein späteres Opfer über ein Internetforum kennen. Am 9. März 2001 reiste ein 43-jähriger Ingenieur aus Berlin nach Rotenburg an der Fulda (Landkreis Hersfeld-Rotenburg). Nach den späteren Ermittlungen hatte der Mann selbst angeboten, getötet und anschließend verspeist zu werden.

In der Justizvollzugsanstalt Kassel I in Wehlheiden verbüßt Armin Meiwes seine ...Symbolbild: wikimedia

Leiche zerteilt und in Gefriertruhe gelagert

In seinem Haus im Rotenburger Stadtteil Wüstefeld kam es zu der Tat. Meiwes tötete den Mann mit einem Küchenmesser und filmte Teile des Geschehens. Die Leiche wurde anschließend zerteilt, Teile davon bewahrte der Täter in einer Gefriertruhe auf. Erst mehr als ein Jahr später kam der Fall ans Licht: Ein Internetnutzer aus Österreich informierte die Polizei über entsprechende Hinweise im Netz. Im Dezember 2002 wurde Meiwes festgenommen.

Der Prozess vor dem Landgericht Kassel sorgte damals international für enormes Aufsehen. Meiwes legte ein umfassendes Geständnis ab. Zunächst wurde er 2004 wegen Totschlags zu achteinhalb Jahren Haft verurteilt. Der Bundesgerichtshof hob das Urteil jedoch auf. In einem neuen Verfahren sprach das Landgericht Frankfurt den Angeklagten 2006 wegen Mordes schuldig und verhängte eine lebenslange Freiheitsstrafe.

Das Haus des so genannten Kannibalen von Rothenburg war im April 2023 abgefackelt worden. ...

Das Gebäude brannte bis auf die Grundmauern nieder. Archivfotos: O|N / Hans-Hubertus Braune

Gerichte sehen keine positive Prognose

Seitdem versucht Meiwes immer wieder, vorzeitig aus dem Gefängnis entlassen zu werden. Mehrere Anträge scheiterten jedoch an fehlenden positiven Prognosen für ein Leben in Freiheit.

Sein Anwalt Frank Füglein erklärte in einem Interview mit der HNA: "Wenn er mein Nachbar wäre, hätte ich kein Problem damit." Der Verteidiger beschreibt seinen Mandanten außerdem so: "Er ist höflich und ein äußerst angenehmer Gesprächspartner."

Nach Angaben des Landgerichts Kassel läuft weiterhin ein Prüfverfahren zu einem neuen Antrag auf Haftentlassung. Die Strafvollstreckungskammer hat den Strafvollzug um eine aktuelle Stellungnahme zur Entwicklung des Gefangenen gebeten. Eine Entscheidung steht noch aus. (Constantin von Butler) +++


Original auf osthessen-news.de