Frauen schaffen Zukunft: Ausstellung setzt Zeichen für Sichtbarkeit

In der Unternehmenszentrale der RhönEnergie Gruppe in Fulda ist am Montag die Ausstellung „Frauen schaffen Zukunft“ eröffnet worden. Sechs große Arbeitgeber aus der Region – darunter die Edag, die Jumo, das Klinikum Fulda, der Getränke-Fachgroßhandel Heurich, die Zufall Logistics group und die RhönEnergie – präsentieren darin zwölf Mitarbeiterinnen, die in ihren Unternehmen Verantwortung übernehmen und ihren Arbeitsalltag sichtbar machen. Die Fotografien entstanden direkt an den jeweiligen Arbeitsplätzen und wurden vom Fuldaer Fotografen Walter Rammler aufgenommen.

Zur Eröffnung begrüßte Martin Heun, Sprecher der Geschäftsführung der RhönEnergie Gruppe, zahlreiche Gäste aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. Er betonte, dass die Ausstellung bewusst als gemeinschaftliche Aktion mehrerer Unternehmen entstanden sei. „Wir haben miteinander ein Zeichen gesetzt, dass wir mehr Sichtbarkeit von Frauen in Berufen brauchen, die oft noch als untypisch gelten“, sagte Heun. Gleichzeitig gehe es auch um Unternehmenskultur: Frauen müssten die gleichen Chancen erhalten, Verantwortung zu übernehmen. Die gezeigten Porträts sollen genau das vermitteln. Zwölf Frauen aus unterschiedlichen Branchen – von Technik und Logistik bis hin zur Medizin – wurden in ihrer realen Arbeitsumgebung fotografiert. „Diese zwölf Persönlichkeiten sollen ein Beispiel für andere sein“, erklärte Heun. Gerade junge Frauen sollten erkennen, wie vielfältig ihre beruflichen Möglichkeiten seien. „Wir müssen es schaffen, solche Bilder auch in Schulen zu bringen, damit Schülerinnen sehen: Ihr könnt das auch.“

Dass das Thema weiterhin aktuell ist, machte Katharina Rossbach, Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Fulda, deutlich. „Wer gesehen wird, kann Vorbild sein – und wer Vorbilder hat, traut sich eher, neue Wege zu gehen“, sagte sie. Besonders in technischen Berufen bestehe weiterhin ein deutliches Ungleichgewicht. Frauen, die Anlagen steuern, Netze planen oder digitale Lösungen entwickeln, zeigten jedoch, dass Kompetenz und Innovationskraft keine Frage des Geschlechts seien.

Auch aus Sicht der Wirtschaft spielt das Thema eine wichtige Rolle. Patricia Fehrmann, Vize-Präsidentin der Industrie- und Handelskammer Fulda, bezeichnete Frauen als wichtigen Motor für Innovation und wirtschaftliches Wachstum. „Zukunftsfähigkeit braucht Vielfalt – und Vielfalt entsteht dort, wo Frauen ihre Stärken einbringen und Raum bekommen, Verantwortung zu übernehmen“, sagte sie.

Wie selbstverständlich Frauen bereits heute in vielen Bereichen tätig sind, verdeutlichte Michael Wilhelm, Vorstand Administration des Klinikums Fulda. In der Einrichtung arbeiteten rund 4000 Menschen, davon etwa 78 Prozent Frauen. „Frauen sind keine Ergänzung – sie sind das Fundament“, sagte Wilhelm. Gleichzeitig müssen Strukturen so weiterentwickelt werden, damit Karriere und Familie besser miteinander vereinbar seien. Nur so könnten Talente ihr Potenzial entfalten.

Im Rahmen einer Podiumsdiskussion vor der Ausstellungseröffnung diskutierten Führungspersönlichkeiten der beteiligten Unternehmen über Chancen und Herausforderungen für Frauen im Berufsleben – dabei ging es nicht nur um strukturelle Bedingungen, sondern auch um gesellschaftliche Erwartungen: Alina Heurich, Geschäftsführerin des Getränke-Fachgroßhandels Heurich, warnte etwa davor, sich von traditionellen Rollenbildern einschränken zu lassen. „Wir dürfen nicht in Geschlechterrollen denken – dadurch nimmt man sich viele Möglichkeiten von Anfang an weg“, sagte Heurich. Neben guten Rahmenbedingungen im Unternehmen brauche es aber auch Rückhalt im privaten Umfeld. Nina Schneider, Personalchefin der RhönEnergie-Gruppe, betonte, dass viele Erwartungen tief in der Gesellschaft verankert seien. Umso wichtiger sei es, dass Frauen ihre eigenen Ziele formulieren. „Als Frau muss man den Mut haben zu sagen: Was möchte ich eigentlich?“.

Die Fotos der Ausstellung im Foyer der RhönEnergie können noch bis zum 20. März bewundert werden. Die gesamte Ausstellung ist Teil der Frauenwoche der Stadt Fulda, die unter dem Motto „Sag mir, wo die Frauen sind?“ steht. Die beteiligten Unternehmen geben mit ihrer Aktion eine klare Antwort – und wollen zugleich weitere Impulse setzen, damit Frauen in Wirtschaft und Gesellschaft künftig noch sichtbarer werden.

Original auf www.osthessen-zeitung.de