Jugendliche demonstrieren gegen Wehrdienst – „Selbst entscheiden“

„Es kann nicht sein, das Friedrich Merz oder andere Machthaber junge Menschen in den Krieg ziehen lassen, der nicht mal ihrer ist“, sagte Emily Charlotte Rödel. Sie unterstützt die Organisatorin Johanna Bott. „Ich würde mir als Schülerin wünschen, dass die Schulen mehr für uns einstehen und nicht immer für die Bundeswehr werben“, erläuterte Bott. Bei der bundesweiten Aktion gingen junge Menschen, insbesondere Schüler, auf die Straße und demonstrierten gegen die vor Kurzem beschlossene Wehrpflicht-Regelung.

In Fulda zog es etwa 30 bis 40 Demonstranten aller Altersklassen auf die Straßen. Vom Platz der Weißen Rose in Ziehers-Nord liefen sie bis zum Universitätsplatz. Dabei wurden selbstgebastelte Schilder in die Höhe gehalten. Darauf standen Sätze wie „Die Reichen wollen Krieg, die Jugend eine Zukunft“, „Frieden statt Wehrpflicht“ oder „Wir sterben nicht für eure Kriege“. Unterwegs riefen sie gemeinsam Parolen, wie beispielsweise „Wehrpflicht? – Nein, Niemals!“. Am Uniplatz gab es anschließend einige Reden von Schülern aus der Region. Zudem wurde ein Stand aufgebaut, bei dem die Schülerinnen und Schüler Infomaterial bekamen. „Es ist nicht richtig, dafür zu werben, dass man dafür mehr Geld oder den Führerschein bezahlt bekommt. Jeder sollte selbst entscheiden und nicht gezwungen werden“, betonte Bott.

Neben der Wehrpflicht möchten die Verantwortlichen mit dem Schulstreik auf den Hessentag aufmerksam machen, bei dem die Bundeswehr ebenfalls mit einem eigenen Stand vertreten sein wird. „Es kann nicht sein, dass Kinder auf Panzern spielen, während sie sich die Eltern am selben Stand Bier holen“, erklärte Rödel. Seit Januar dieses Jahres gelten die Regelungen für den neuen Wehrdienst. Dabei handelt es sich nicht um das Reaktivieren der allgemeinen Wehrpflicht, wie sie in Deutschland bis 2011 galt. Der neue Wehrdienst beruht auf Freiwilligkeit. Dennoch sind Männer ab dem Geburtsjahrgang 2008 verpflichtet, an der Erfassung teilzunehmen. Dazu zählt das Ausfüllen eines Fragebogens sowie die Musterung durch medizinisches Personal der Bundeswehr.

Original auf www.osthessen-zeitung.de