Neunjährige Fiona erobert die große Bühne von The Voice Kids
Als Fiona an den Tag ihres Auftritts zurückdenkt, muss sie lächeln. Ganz ruhig war sie nämlich nicht. „Ich war so aufgeregt. Ich wollte erst gar nicht auf die Bühne gehen“, erinnert sie sich. Doch kaum stand sie im Scheinwerferlicht, sei die Angst verflogen. „Als es losging, habe ich mich so gefreut“, erklärt die Neunjährige. Bühnenerfahrung hatte sie da schon gesammelt – beispielsweise bei einer Musical-Singfreizeit oder mit ihrer Gardegruppe im Faschingsverein.
Um ihre Nervosität in den Griff zu bekommen, hatte sie einen ganz eigenen Trick: „Ich habe die Augen geschlossen und mir gesagt: Das ist eine normale Bühne“, blickt Fiona zurück. Dann überwog die Freude: Als sie ihren Song sang, hoffte sie inständig auf den erlösenden Moment – und tatsächlich drehten sich in letzter Sekunde gleich zwei Coaches um: Michael Patrick Kelly und die Brüder Heiko und Roman Lochmann. „Ich war ganz aufgeregt und dachte nur: Huh, es ist vorbei, ich bin weiter!“, sagt Fiona strahlend. „Ich wollte so sehr, dass sich jemand umdreht. Die Erleichterung war riesig.“ Am Ende entschied sie sich für Michael Patrick Kelly als Coach. „Er hat viel Erfahrung in der Musik, hat schon gewonnen und ich kann ganz viel von ihm lernen“, erklärt die Neunjährige. Und was wünscht sie sich von ihm? „Dass wir zusammen singen und üben. Er ist ein ganz toller Musiker.“
Ein Song mit Botschaft
Ihr Auftrittssong „Starke Mädchen“ von Sarah Engels ist für Fiona etwas ganz Besonderes. Zum ersten Mal hörte sie das Lied bei der Schlagernacht in Frankfurt – gesungen von Sarah Engels selbst. „Das war das allererste Lied, das sie dort gespielt hat. Ich kannte sie vorher nicht, aber als ich das gehört habe, wusste ich, dass ich das unbedingt singen möchte“, erinnert sich Fiona. Der Song bedeute ihr viel: „Er macht selbstbewusst und zeigt, dass alle Frauen ‚starke Mädchen‘ sein können“, erklärt sie. Umso größer war die Überraschung, als plötzlich eine Videobotschaft von Sarah Engels für sie eingespielt wurde. „Das fand ich so toll, richtig professionell. Damit habe ich gar nicht gerechnet“, sagte Fiona. „Ich habe mich so gefreut, dass sie jetzt auch an mich glaubt.“
Unterstützung von Anfang an
Dass Fiona heute auf einer der größten Bühnen des Landes zu sehen ist, begann dabei vermeintlich unspektakulär zuhause auf dem Sofa. „Wir haben als Familie immer The Voice Kids geschaut“, erzählt Fiona. Eines Tages, als die Neunjährige von der Schule nach Hause kam, habe ihre Mutter Helene gefragt: „Wollen wir uns nicht einfach mal bewerben?“ – mit Erfolg: Es folgte eine Einladung nach Köln. „Es ging erstmal in einen großen Raum, und jedes Kind hat einmal vorgesungen“, berichtet Fiona. Vier Coaches gaben Tipps, sprachen Mut zu. Später folgte noch ein Online-Interview, dann schließlich die Vorrunde in Berlin. „Ich wusste nicht, ob ich weiterkomme“, erinnert sich die Neunjährige. Drei Lieder musste sie vorsingen: eine Ballade, einen Popsong und ein schnelleres Stück – die finale Zusage kam schließlich auf besonders rührende Weise. „Die Familie hat uns zuhause besucht und ich habe Klavier gespielt, und dann kamen meine Brüder mit einem Schild rein, auf dem stand: ‚Fiona, du bist bei The Voice Kids dabei!‘“, erzählt sie: „Ich habe mich so gefreut.“
Auch Mutter Helene erinnert sich an die emotionalen Momente: Viele Menschen hätten sich gemeldet, gratuliert, Nachrichten geschickt. „Viele haben sogar geweint – auch wegen der Botschaft, die Fiona mit ihrem Auftritt vermittelt hat“, sagt sie.
Schule, Freunde und große Träume
Nach der Ausstrahlung der Sendung kam Fiona mit einer Kelly-Jacke in der Schule an – eine kleine Hommage an ihren Coach. „Alle haben mir gratuliert und sich so gefreut, dass ich dabei bin“, erzählt sie stolz. Aufgrund der Dreharbeiten habe sie ein paar Schultage verpasst, der Großteil finde aber in den Ferien statt – zum Glück, denn Dreharbeiten und Schulalltag unter einen Hut zu bekommen, sei nicht immer ganz leicht. „Aber das geht schon. Es macht einfach ganz viel Spaß und ich habe neue Freunde kennengelernt“, berichtet Fiona.
Neben dem Singen hat die Neunjährige viele Hobbys: Sie turnt, tanzt Garde im Faschingsverein, spielt viel Klavier, malt und bastelt gerne. Mit ihren Freunden geht sie in den Wald, sie liebt Wanderungen in den Bergen und besucht begeistert Konzerte. Und ihr größter Traum? Fiona muss nicht lange überlegen. „Ich möchte Sängerin werden. Ich wollte schon immer etwas Musikalisches machen“, sagte sie. „Mein Traum ist es, auf Bühnen zu singen – ganz egal wo, auch auf kleinen Bühnen.“ Und wenn sie sich jemanden für ein gemeinsames Duett wünschen dürfte? „Natürlich mit Sarah Engels“, sagt Fiona lachend. Aber auch Vanessa Mai oder der Rapper Cro stünden auf ihrer Wunschliste. „Schlager begeistern mich aber ganz besonders“, erklärt Fiona.
Vielleicht steht Fiona noch ganz am Anfang ihrer Reise – doch eines hat sie jetzt schon gelernt: Mut lohnt sich. Aus einem aufgeregten Mädchen ist in wenigen Minuten auf der großen Bühne ein „starkes Mädchen“ geworden, das an sich glaubt und andere mit seiner Stimme berührt. Ihr Traum, einmal auf einer großen Bühne zu singen, ist damit kein ferner Wunsch mehr – ein Stück davon ist bereits Wirklichkeit geworden. Und wer Fiona so strahlen sieht, ahnt: Das war ganz sicher nicht ihr letzter Auftritt im Rampenlicht.
Original auf www.osthessen-zeitung.de